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Kommentar zu Kritik an Treibjagd neben Gnadenhof in Hundheim

Kommentar zu Kritik an Treibjagd neben Gnadenhof : Rücksicht und Sensibilität haben hier eindeutig gefehlt

Im geschilderten Fall der Treibjagd im Hunsrück haben die Beteiligten Rücksicht und Sensibilität für ihr Umfeld ganz offensichtlich stark vermissen lassen.

Was die Rechtslage betrifft, mag die Treibjagd am 4. September bei Hundheim nicht zu beanstanden sein. Wer nicht gerade ein absoluter Jagd-Gegner ist, für den ist auch nachvollziehbar, dass die Jäger in ihren Revieren regelmäßig Wild erlegen müssen, um Abschusszahlen und vertragliche Pflichten zu erfüllen. Aber: Im geschilderten Fall haben die Beteiligten Rücksicht und Sensibilität für ihr Umfeld ganz offensichtlich stark vermissen lassen.

Es mag schon sein, dass die zwei Pferde auf der Anlage von den Jägern schlicht übersehen wurden. Dass dort Tiere leben, muss allerdings von außen durchaus sichtbar gewesen sein.

Nicht erst durch die jährlichen Warnungen zu Silvester dürfte bekannt sein, wie panisch Tiere auf laute Knallerei reagieren können. Das weiß auch ein Jäger. Da wäre es absolut angebracht gewesen, die Gnadenhof-Besitzerin vor der Jagd zu informieren. Dann hätte sie Vorkehrungen zum Schutz ihrer Tiere treffen können.

Klar ist jedenfalls, dass Unkenntnis für künftige Treibjagden in dem Gebiet kein Argument mehr sein kann. Wenn möglich, sollten die Jäger ihre Schieß-Standorte gleich an anderer Stelle planen oder zumindest frühzeitig vorwarnen, damit Tiere notfalls kurzfristig umgesiedelt werden können. So hat es einer der Beteiligten ja immerhin schon angekündigt.

c.weber@volksfreund.de