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Kommentar zur Interkommunalen Zusammenarbeit

Meinung : Startschuss für die Entbürokratisierung

Zeit, die Verwaltungen zu entschlacken: Die interkommunale Zusammenarbeit könnte dabei helfen.

Eines hat die Corona-Krise gerade die deutschen Verwaltungen gelehrt: Es ist höchste Zeit, mit der Zeit immer weiter verkrustete Strukturen zu entschlacken und schlagkräftiger auszurichten. Das gilt im Grunde genommen für alle Ebenen – vom Bund über die Länder bis in die Kommunen.

Als führendes Land in der Digitalisierung, im sogenannten E-Government, gilt das osteuropäische Estland. Dort war es relativ leicht, nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Neugründung Estlands in den 1990er-Jahren auch die Strukturen neu auszurichten.

Das ist in Deutschland mit seinen alten und gewachsenen Bürokratie-Strukturen natürlich schwieriger, aber auch hier müssen diese Hausaufgaben dringend erledigt werden.

Es ist höchste Zeit, diese Herkules-Aufgabe anzugehen, denn langsame und schwerfällige Verwaltungen vereiteln oft ein rasches Krisenmanagement wie es sich in Deutschland gerade zeigt: Von der Impfstoff-Panne bis zur Auszahlung der „November-Hilfen“.
Daher ist es umso löblicher, dass zumindest auf einer der unteren Verwaltungsebenen diese Entbürokratisierung Fahrt aufnimmt. Es ist zwar ein kleiner Anfang, aber besser als gar keiner.
Dass dafür auch wieder Geld in die Hand genommen wird, ist nachvollziehbar und eine sinnvolle Investition, denn nun können mit der entsprechenden Fachexpertise neue, schlankere und vor allem schlagkräftigere Strukturen geschaffen werden. Hoffen wir, dass dieses Vorbild Nachahmer findet: in Mainz und in Berlin.

hp.linz@volksfreund.de