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Kommentar zur Tourismusabgabe in Traben-Trarbach

Kommentar zu Künstler-Protest : Klare Fronten, klare Konsequenzen

Ein Traben-Trarbacher Künstler soll neuerdings die Tourismus-Abgabe bezahlen. Das sieht er nicht ein und nimmt deshalb eine Skulptur zurück, die er der Stadt als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hatte.

Der Ärger von Jürgen Waxweiler ist verständlich. Nach vielen Jahren, in denen er in seinem Atelier tätig war, findet er urplötzlich eine Rechnung für die Tourismus-Abgabe in seinem Briefkasten.

Während in Traben-Trarbach früher nur Betriebe, die unmittelbar vom Tourismus profitieren, diese Abgabe zahlen mussten, greift die neue Regelung weiter. Jetzt sind nicht nur Gastronomen, Hoteliers und Campingplatzinhaber zahlungspflichtig, sondern viele weiter Gewerbe, die auch „mittelbar“ vom Tourismus profitieren. Dazu zählt zum Beispiel ein Handwerksbetrieb, der ein Hotel renoviert oder auch ein Lebensmittelmarkt, in dem Touristen einkaufen.

Inwieweit auch Künstler davon betroffen sind, darf aber durchaus infrage gestellt werden. Waxweiler produziert ja keine regional bezogene Kunst, sondern ist für abstrakte Werke bekannt. Und diese Werke kaufen seine Kunden unabhängig vom Standort seines Ateliers. Dass er nun mit einer spektakulären Rücknahme seiner Leihgabe an die Stadt Traben-Trarbach auf das Problem aufmerksam macht, ist deshalb eine klare Konsequenz.

hp.linz@volksfreund.de