Kommt er oder kommt er nicht?

Während auf dem Graacher Wohnmobilstellplatz die ersten Urlauber haltmachen, wird mit Hochdruck an der Infrastruktur für die Gastronomie gearbeitet, neben der später der Jachthafen entstehen soll.

Graach. Kommt er nun oder kommt er nicht, der Jachthafen Graach? Diese Frage stellt sich wohl mancher, der um die unendliche Geschichte dieses ehrgeizigen Projekts weiß. 13 Jahre ziehen sich die Bemühungen von Investor Peter Kertels inzwischen hin. "Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so viel Geld kostet und Nerven", räumt er ein. Doch inzwischen ist immerhin der Wohnmobilstellplatz mit 132 Standplätzen weitgehend fertig. Und nach Ostern soll die Gastronomie auf dem Platz öffnen.

Den Jachthafen für 80 bis 130 Boote will Kertels erst danach anlegen. Die künftigen Abmessungen sind momentan mit Flatterband markiert. "Wenn das richtig läuft, brauche ich 60 Leute hier in der Saison", verweist er auf die schon heute zwei Vollzeitkräfte, die er für die Anlage eingestellt hat. Denn über die Jahre solle rund um den "Sun-Park" ein Freizeitpark entstehen - mit Angeboten wie Volleyballfeld und Trampolinpark. Doch noch ist es nicht soweit. Seit einigen Tagen lockt aber immerhin das riesige halbrunde Zelt für Küche und Sitzplätze Neugierige an.

Biergarten mit 600 Sitzplätzen



Vor dem Zelt werden Terrasse und Biergarten mit bis zu 600 Sitzplätzen angelegt, daneben ein Spielplatz. Wasser- und Abwasserleitungen sowie Strom- und Telefonkabel sind auf dem gesamten Gelände bereits verlegt. "Das sind über eine Million Euro, die ich hier vergraben habe", rückt der Föhrener Unternehmer (Megasol Cosmetic) die Investition ins rechte Licht. Insgesamt habe ihn die Anlage bisher 1,5 Millionen Euro gekostet. Allerdings ist er nach wie vor vom Erfolg überzeugt. "Das ist ein Traum von einem Platz", schwärmt er von dem sonnigen Ganzjahresplatz, den das Hochwasser erst relativ spät erreiche.

Dass sich die Realisierung seines Traumes derart lange hinzieht, führt Kertels einerseits auf die eigenen hohen Ansprüche zurück, andererseits auf Probleme mit den Behörden. Arbeiten an der Baustraße, über die später der Radweg umgelenkt werden soll, musste er einstellen.

Er müsse abwarten, bis die Behörden alles überprüft haben. Währenddessen hat sich seine Hoffnung auf eine vorübergehende Stellplatz-Erweiterung am Standort des künftigen Hafenbeckens zerschlagen.

Jachtkundschaft spürt die Finanzkrise



Der Gemeinderat habe das abgelehnt, bedauert Kertels, der gehofft hatte, den Jachthafen so schneller realisieren zu können. Denn momentan seien Investoren weitgehend auf sich gestellt. "Sie finden keinen, der so etwas finanziert."

Und an Jacht-Kundschaft mangele es derzeit auch. Durch die Finanzkrise sei vielen Leuten schlichtweg das Geld ausgegangen.