Kommunalreform: Wer zahlt für die Realschule plus in Thalfang ?

Kommunalreform: Wer zahlt für die Realschule plus in Thalfang ?

Eine Infoveranstaltung zur Kommunalreform in Thalfang hat neue Fragen aufgeworfen. Bürgermeister Michael Hülpes (Hermeskeil) nimmt dazu Stellung.

Heidenburg/Thalfang Wie steht es um die Zukunft von Realschule plus, Hallenbad und einer Anlaufstelle der Verwaltung in Thalfang? Diese Fragen haben Vertreter der Bürgerinitiative "Thalfang bleibt selbstständig" bei einer Info-Veranstaltung zur Kommunalreform in Heidenburg aufgeworfen. Die Kosten für die Sanierung der Realschule plus in Höhe von 5,7 Millionen Euro trägt momentan die Verbandsgemeinde Thalfang als Schulträger.
Eine Übernahme der Schule - und damit auch der Schulden - hat der Landkreis Bernkastel-Wittlich bislang vertagt, da aufgrund der Kommunalreform noch nicht absehbar ist, ob die Realschule plus weiterhin im Landkreis bleibt. Sollte Thalfang in die Verbandsgemeinde Hermeskeil und damit in den Landkreis Trier-Saarburg wechseln, sei es den Bürgern gegenüber nicht darstellbar, warum der Landkreis Bernkastel-Kues die Schulden einer Schule übernehmen soll, deren Trägerschaft er gar nicht mehr hat. Das ist seit Beginn der Sanierungsmaßnahmen in Thalfang die Position des Landkreises Bernkastel-Wittlich. Damals wurde angenommen, dass die gesamte Verbandsgemeinde Thalfang den Landkreis verlassen würde. Inzwischen kommt ein Wechsel in Gänze, wie es auch der Thalfanger Verbandsgemeindebürgermeister Marc Hüllenkremer vor wenigen Wochen zum Ausdruck brachte, nicht mehr in Betracht. Einzelne Ortsgemeinden orientieren sich in unterschiedliche Richtungen.
Daraufhin gab es in der Veranstaltung eine rege Diskussion. Vor allem die Frage der Schuldenübernahme blieb offen.
Auf TV-Nachfrage erklärt nun Michael Hülpes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil, die Situation aus seiner Sicht: "Da muss man nun genau aufpassen, was man sagt. Bei einem Wechsel von Gemeinden aus der Verbandsgemeinde Thalfang würde unser Landrat Günther Schartz den Kreisgremien vorschlagen, die anwohneranteiligen Schulden der Realschule plus in Thalfang zu übernehmen.
Man kann dabei nicht alle Schulden übernehmen. Das würde nach Einwohneranteil aufgeteilt. Wie dann weiter verfahren wird, kann ich nicht sagen." Hülpes führt eine theoretische Beispielrechnung für die Schuldenübernahme auf: Kommen etwa Malborn, Neunkirchen, Breit und Büdlich in die VG Hermeskeil, wären das etwa 30 Prozent der Bevölkerung der VG Thalfang. Daher würden auch 30 Prozent der Schulden übernommen. Das wäre in den Gremien gut darstellbar, denn etwa 30 Prozent der Schüler der Realschule plus in Thalfang kommen aus der Verbandsgemeinde Hermeskeil.
Ähnlich verhalte es sich mit dem Hallenbad, dem Erholungs- und Gesundheitszentrum (EGZ). Dessen Übernahme, da in Besitz der Verbandsgemeinde, hält Hülpes für sehr wahrscheinlich: "Ich denke nicht, dass das EGZ geschlossen wird."
Auch eine Anlaufstelle der Verwaltung soll es weiterhin in Thalfang geben. Andreas Hackethal, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Morbach, warnt auf TV-Nachfrage vor pauschalen Zusagen.
Dafür müsste erst geklärt werden, wie viele Einwohner und wie viel Fläche den neuen Partnern zufalle. Eine Kommunalreform würde keinen Sinn machen, wenn nicht auch Einrichtungen verändert oder womöglich eingespart werden könnten.