"Kompromiss im Rucksack"

HOXEL/MORSCHEID-RIEDENBURG. Vertreter der Kreisverwaltung diskutierten mit Eltern aus Hoxel und Morscheid-Riedenburg in einer Elternversammlung über die Einstellung des Bustransfers zum Kindergarten Morscheid. Der Kreis bietet eine Lösung analog zu Grundschulen an.

"Unsere Kinder müssen höchste Priorität haben", heißt es von Seiten der betroffenen Eltern. Sie sind entrüstet über das Vorhaben der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, den Bustransfer zur Tagesstätte Morscheid-Riedenburg zum nächsten Kindergartenjahr einzustellen: "Der Weg zum Kindergarten wurde nicht kürzer. Warum gibt es plötzlich keine Beförderung mehr?" Auch der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Morbach, Gregor Eibes, zeigt kein Verständnis für die Entscheidung der Kreisverwaltung: "Wir müssen Betreuungsangebote möglich machen. Dann aber gleichzeitig im Bereich des Transports zurückzufahren - das ist für mich nicht nachvollziehbar." Im Extremfall könne eine berufliche Tätigkeit der Eltern nicht mehr ausgeübt werden, so Eibes. Maria Bernard von der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich sieht unterdessen keine andere Möglichkeit: "Aus Sicht des Landkreises liegt das Ziel darin, verschiedene Orte gleich zu behandeln. Natürlich ist das aus Elternsicht nicht immer zufriedenstellend. Aber alle zu befördern, das kann man nicht bezahlen." Nach einer Überprüfung der Beförderungsleistung ist der Kreis zu dem Ergebnis gekommen, dass durch das Zusammenwachsen der Orte Hoxel und Morscheid-Riedenburg keine Baulücke mehr zwischen den einzelnen Ortsteilen besteht. Somit entfalle laut Bernard auch der Anspruch auf Beförderung der Kindergartenkinder, da es sich bei der Tagesstätte Morscheid um einen wohnortnahen Kindergarten handle. Die tatsächliche Entfernung zum Kindergarten sei dabei kein Entscheidungskriterium. Enttäuscht sind die Eltern der betroffenen Kinder vor allem darüber, dass von Seiten des Kreises nie eine Alternative angesprochen wurde. Die Vertreter der Kreisverwaltung stellen nun jedoch einen Kompromiss in Aussicht: Sie bieten eine Lösung wie damals bei den Grundschülern an, die eine Beteiligung der Eltern an den Kosten vorsieht. Eine weitere Beförderung der Kindergartenkinder aus Hoxel und Morscheid-Riedenburg wäre demnach auch im nächsten Kindergartenjahr gewährleistet. "Schön, dass der Kreis einen Kompromiss im Rucksack mitgebracht hat", freut sich Achim Zender, Ortsvorsteher der Gemeinde Hoxel, über die einvernehmliche Lösung. Gleichzeitig betont er aber auch, dass es für ihn zwar eine Alternative, grundsätzlich aber der falsche Weg sei.

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