Konkret oder utopisch

MORBACH. (iro) Morbach will neue Wege einschlagen, was die Energieversorgung angeht. Und auf diesem Weg will die Gemeinde auch die Bevölkerung mitnehmen, erklärte Bürgermeister Gregor Eibes bei den Morbacher Solar- und Pelletstagen.

"Ich bin sicher, dass sie diese Veranstaltung gespickt mit Informationen wieder verlassen", sprach Gregor Eibes das Hauptziel der Veranstaltung in seiner Eingangsrede an. Thema bei der ersten Veranstaltung zu diesem Thema war natürlich auch die Morbacher Energielandschaft (MEL) in Wenigerath. Thorsten Schopbach von der Firma Juwi berichtete vor einem kleinen, aber sehr interessierten Publikum von den aktuellen Plänen seines Unternehmens in der Einheitsgemeinde. Die Biogas-Anlage solle noch in diesem Jahr in Betrieb gehen, immer vorausgesetzt, es klappt noch mit den Fördermitteln des Landes (der TV berichtete). Die Flächen in der Energielandschaft seien bereits gerodet. Und noch im Mai soll die erste Biomasse dort angeliefert werden, auch wenn mit dem Bau noch nicht begonnen sei.Erste Biomasse kommt noch im Mai

Die geplante Pelletier-Anlage mit rund 4000 Tonnen Produktion im Jahr sei mit dem Projekt verknüpft. Denn sie soll die Abwärme der Biogas-Anlage nutzen, während eine Holzvergasungs-Anlage in der MEL noch Zukunftsmusik sei. In zahlreichen Vorträgen konnten sich Interessenten auch konkreter über Pelletsheizungen und Solar-Anlagen fürs Eigenheim informieren. Anlagetypen wurden ebenso angesprochen wie Techniken, Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten. Intensiv genutzt wurde die Möglichkeit zum persönlichen Beratungsgespräch an zahlreichen Info-Ständen. Für sehr sinnvoll hält Jörg Ritgen die Veranstaltung: "Manch einer braucht eben einen Anschub, um sich für das Thema zu interessieren." Der Landwirt kennt sich aus, schließlich heizt er längst seine Ferkel-ställe mit einer Hackschnitzel-Anlage. Auch sonst freuten sich viele Anbieter über Kunden, die einiges an Fachwissen mitbrachten. "Arbeitet die Heizung nur mit Pellets oder auch mit Hackschnitzeln", fragte Anneliese Hölzenbein am Stand der Installateurfirma Schöpke-Wenz aus Bruchweiler: Die Gonzeratherin befasst sich momentan konkret mit der Anschaffung einer neuen Heizung, möchte sich allerdings nicht hundertprozentig von Pellets abhängig machen. Auch Ulrich Manz kam mit einem konkreten Interesse. Er baut in Deuselbach einen landwirtschaftlichen Hof um und will ein Silo als Wasserspeicher für eine Solar-Anlage nutzen. "Jetzt fehlt mir noch ein Isoliermaterial", schilderte er sein Problem in der Hoffnung, dass ihm die Fachleute hier weiterhelfen. Klaus-Detlev Pieritz dagegen will eine Utopie in die Realität umsetzen: "Ich will meine Gemeinde davon überzeugen, dass das ganze Dorf auf Holz umstellt." Dafür versorgte sich der Wahl-Gornhausener mit möglichst anschaulichem Info-Material von den Referenten. Früher sei der Wald die "Sparkasse" in seinem Dorf gewesen. Das sei längst nicht mehr der Fall. Mit einem Blockheizkraftwerk könnte dies sich in Zukunft wieder ändern.

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