Konzept für den geplanten Nationalpark steht

Konzept für den geplanten Nationalpark steht

Auf dem Weg zum Nationalpark im Hunsrück ist der nächste Schritt gemacht: Das Land hat sein Konzept zum geplanten Schutzgebiet vorgelegt. Über dieses Angebot sollen nun die Räte in der Region abstimmen. Die Pläne stoßen weiter auf ein geteiltes Echo.

Als Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Umweltministerin Ulrike Höfken im Hunsrückort Kirschweiler eintreffen, werden sie dort von einer großen Kulisse erwartet. 600 Menschen wollen bei der Präsentation des Landeskonzepts für den geplanten Nationalpark dabei sein. Viele von ihnen sind Kommunalpolitiker. Hinzu kommen protestierende Mitarbeiter des Elka-Sägewerks in Morbach und die Anhänger zweier Bürgerinitiativen - die einen sind für, die anderen gegen den Nationalpark.

Unterstützung aus dem Saarland

Mit all diesen Gruppen kommen Dreyer und Höfken kurz ins Gespräch. Die Position der Landesregierung ist klar: "Wir machen mit diesem Konzept ein Angebot an die Region. Wir sehen im Nationalpark eine große Chance." Politisch sehen das die Nachbarn im Saarland genauso. "Wir setzen große Hoffnungen in das Projekt", sagt Roland Krämer, Staatssekretär im Saarbrücker Umweltministerium. Der Nationalpark soll ein grenzübergreifendes Schutzgebiet im Staatswald werden. Gut 9000 Hektar liegen in Rheinland-Pfalz - davon 1350 Hektar in der VG Thalfang und 1180 Hektar in der VG Hermeskeil.

Dreyer und Höfken betonen, dass "noch nie ein Nationalpark unter so breiter Mitwirkung der Bürger entwickelt worden ist". Ins Konzept seien die Ergebnisse und Anregungen eingeflossen, die in Infoveranstaltungen oder in Arbeitskreisen erarbeitet wurden.

Das Land wolle mit dem Nationalparkkonzept nicht nur ein "einzigartiges nationales Naturerbe" schützen, sondern die Entwicklung der strukturschwachen Hunsrückregion insgesamt voranbringen. Deshalb sollen dort in den Kommunen unter anderem Projekte im Bereich der Dorfentwicklung, Tourismus oder auch beim Straßenbau gezielt gefördert werden.

Das Landeskonzept hat einen Umfang von 150 Seiten. Deshalb betont der Birkenfelder Landrat Matthias Schneider (CDU) beim Empfang des Papiers: "Wir werden in der Region den Inhalt erst noch bewerten müssen."
Große Rolle für Umweltcampus

Ein Vorschlag des Landes ist es, dass das künftige Nationalparkamt am Umweltcampus Birkenfeld - einer Außenstelle der Hochschule Trier - angesiedelt wird. In diesem Nationalparkamt sollen später etwa 60 Mitarbeiter arbeiten. An neuem Personal werden lediglich drei Stellen geschaffen. Ansonsten soll für den Nationalpark ein Forstamt umgewidmet werden, so dass keine zusätzlichen Personalkosten entstehen.

"In Forstämtern mit etwa 60 Mitarbeitern fallen pro Jahr ungefähr drei bis 3,5 Millionen Euro an Personalkosten an", sagte Höfken unserer Zeitung. Für Investitions- und Sachausgaben im Nationalpark werden im Landeshaushalt der Jahre 2014/15 jeweils 1,75 Millionen Euro bereitgestellt.

Kritik von der Landes-CDU

Die Kostenfrage ist ein Kritikpunkt der CDU in Mainz: "Ein Land, das so hoch verschuldet ist, kann sich ein so teures Projekt nicht leisten", sagt der Eifeler Landtagsabgeordnete Michael Billen. Zudem dürfe man "der Holzindustrie mit ihren zahlreichen Arbeitsplätzen den Rohstoff Holz in dieser Menge nicht entziehen".
Ferdinand Ledwig vom Verein der Nationalparkgegner fordert weiter einen Bürgerentscheid in den Anrainergemeinden.

Die Entscheidung, wie es mit dem Nationalpark weitergeht, liegt nun aber vor allem bei den gewählten Vertretern in den Gemeinden. Die Orts- und VG-Räte sowie die Kreistage sollen bis November über das Landeskonzept abstimmen. Bei einem positiven Votum würde noch dieses Jahr das Gesetzgebungsverfahren eingeleitet werden. Somit könnte der Nationalpark Anfang 2015 öffnen, sagt Höfken.

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