Konzert Kreismusikschule Bernkastel-Kues

Konzert : Musikschule des Kreises Bernkastel-Wittlich: Diese Ausbildung hat sich gelohnt

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Musikschule geben ehemalige Schüler Konzerte in ihrer alten Heimat. Zu den ersten gehören Lucia Mense und Brigitte Gabriel, die zusammen mit Lehrern in Bernkastel-Kues zu Gast waren.

Behutsam, doch eindringlich und virtuos lässt Lucia Mense die Klänge aus ihrer Blockflöte durch die Kapelle des Cusanusstifts in Bernkastel-Kues dringen. Unterlegt sind die raumfüllenden Töne des Barockstücks Sonata per Canto e Basso von Dario Castello vom Orgelspiel von Brigitte Gabriel. Beide Berufsmusikerinnen stammen aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich und haben in ihrer Jugend in der Musikschule des Kreises ihre Grundausbildung für ihr späteren Beruf als Musikerinnen erhalten.

Heute sind sie aus ihren Wohnorten Köln und München in ihre Heimat zurückgekommen, um gemeinsam mit ihrer einstigen Lehrerin Gerda Koppelkamm-Martini an der Querflöte und dem Cellisten Moritz Reutlinger, ebenfalls Lehrer an der Musikschule, ein Konzert anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Musikschule zu geben. Unter dem Titel „Absolut Barock“ spielen sie vor etwa 60 Zuhörern eine Stunde lang Stücke von Komponisten aus der Barockzeit wie Monteverdi, Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Es gelingt ihnen, egal, ob zu zweit, zu dritt oder zu viert, mit den verspielten Melodien die Atmosphäre des Barockzeitalters in die Kapelle zu übertragen.  

Mense und Gabriel gehören zu den ersten ehemaligen Schülern der Musikschule, die anlässlich des Jubiläums zum Teil mit ihren einstigen Lehrern im Kreis Konzerte geben. Frank Wilhelmi, Leiter der Musikschule, sagt, dass rund 200 Schüler in diesem Jahr in 70 Kapellen des Kreises musizieren. Hinzu kommt eine zweite Konzertreihe, bei der ehemalige Schüler und heutige Berufsmusiker unentgeltlich im Landkreis auftreten. „Das passt heute beides“, sagt er zur Begrüßung der Zuschauer. „Das zeigt die Verbundenheit der Ehemaligen mit der Musikschule.“

Für ihn ist die Anzahl der vielen Berufsmusiker, Chorleiter und Musiklehrer, die aus der Musikschule hervorgegangen sind, eine Bestätigung für die Qualität, die diese Möglichkeit bietet. Wie viele ehemalige Schüler heute als Berufsmusiker alleine oder in namhaften Orchestern spielen,  kann er nicht sagen und verweist auf eine Liste in der Festschrift zum Jubiläum, auf der 20 Namen professioneller Musiker aufgeführt sind, angefangen vom Jazz-Pianisten Chris Adams bis zum Jazz-Trompeter Stefan Zimmer. „Und das ist nur eine Auswahl“, sagt Wilhelmi.

Doch auch die Breite an Schülern sei wichtig, sagt er. Denn nur dann könne eine Spitze an Musikern hervorgebracht werden.

Für Lucia Mense – sie ist an der Musikschule an Blockflöte und Querflöte unterrichtet worden - ist dort der Grundstein für ihre musikalische Laufbahn gelegt worden, sagt sie. Sie habe damals viel Literatur durch alle Musikstile hindurch kennengelernt. Hinzu kamen theoretischer Unterricht wie Harmonielehre und Gehörbildung.

Ob Brigitte Gabriel auch ohne die Musikschule Berufsmusikerin geworden wäre, kann sie nicht sagen. Die Möglichkeit wäre gegeben, weil auch ihre Eltern musikalisch sind. In ihrer Familie seien sie mit fünf Kindern gewesen. Gabriel: „Ohne die Musikschule wäre es fraglich, ob wir alle fünf ein Instrument hätten erlernen können.“

Die nächsten Konzerte ehemaliger Schüler und heutiger Berufsmusiker im Landkreis: 10. März Synagoge Wittlich, Alte Musik meets Jazz, mit Susanne Hochscheid, Bianka Kerres, Laia Genc und Chris Adams.  

15. April, Kirche Maria Himmelfahrt in Neumagen-Dhron: Apossionata – von der Renaissance bis zur Moderne, mit Sandra Klein, Johannes Herres, Alexander Heinz, Thomas Thull, Sophie Roth, Ena Markert, Kerstin Huwer, Valentin-Johannes Bastgen, Jochen Hofer und Thomas Thull.