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Kooperation mit Schulen: Naturpark Saar-Hunsrück als Klassenzimmer

Bildung : Kooperation mit Schulen – Naturpark Saar-Hunsrück als Klassenzimmer

Wald und Wiese statt Klassenzimmer: Zum Konzept des Naturparks Saar-Hunsrück gehören auch Kooperationen mit Schulen, beispielsweise in Malborn und in Züsch.

Der Natur auf der Spur: Das ist das Motto der Kinder der Malborner Auenland-Grundschule. Um Wald, Feld und Flur besser kennenzulernen und dabei vom Naturpark Saar-Hunsrück unterstützt zu werden, ist die Schule 2019 eine Naturparkschule geworden. „Wir haben tolle Sachen gemacht“, sagt Rektorin Christina Rettig-Jonas als Fazit des ersten Jahres. Mit Referenten des Naturparks sind die Schüler ins singende Tal gewandert und haben dort mit deren Unterstützung die Wasserqualität getestet und mit Keschern, Bechern und Lupen nach Lebewesen geforscht. „Es war äußerst lehrreich.“, sagt Rettig-Jonas.

In einem zweiten Projekt begleitet von Förstern haben die Kinder nach Tierspuren gesucht und diese mit Gips ausgegossen. „Wenn ein Förster Fragen beantwortet, dann ist das nachhaltiger als wenn solche Themen im Klassenzimmer nur besprochen werden“, sagt die Rektorin. „Lernen mit allen Sinnen ist besser als ein Buch aufzuschlagen. Kinder sind heiß auf solche Sachen“, sagt sie. Gerade diese Dinge haben bei ihr den Ausschlag gegeben, Naturparkschule zu werden. Die Begeisterung für die Natur sei den Jungen und Mädchen von vorneherein gegeben. „Kinder interessieren sich für Pflanzen und Tiere“, sagt Rettig-Jonas.

Die Auenland-Grundschule hatte in der Vergangenheit keinen pädagogischen Schwerpunkt gehabt. Die Lage im Naturpark habe den Ausschlag gegeben, mit der Organisation zusammenzuarbeiten. „Sie haben Ideen für tolle Projekte“, sagt sie. So gelange die Region auch ins Bewusstsein der Kinder. „Sie haben wahrgenommen, dass Heimat etwas Besonderes ist und sie in einer einzigartigen Region zu Hause sind“, sagt sie. „Bewusstsein zu entwickeln für ein Heimatgefühl, das ist eines unserer Ziele“, sagt Rettig-Jonas.

Die Kinder sind offensichtlich begeistert, auch wenn aufgrund der Corona-Pandemie einige Vorhaben wie eine Fledermausexpedition abgesagt werden mussten. „Bei der Fledermaus hätte mich interessiert, was die essen“, sagt die acht Jahre alte Anna aus Malborn, die sich um den Garten an der Schule kümmert und an den Bachuntersuchungen teilgenommen hat. Der gleichaltrige Raffael aus Thiergarten geht gerne in den Wald und hat den Ausflug mit dem Förster in guter Erinnerung. „Wir haben Bäume gepflanzt“, sagt er. Für nächstes Jahr freut er sich darauf, einen Bauernhof zu besuchen.

Die Grundschule Züsch ist ebenfalls eine Naturparkschule. „Wir haben ein Bienenvolk in der Schule“, sagt Schulleiter Armin Loss. Die Tiere werden von der zweiten Klasse gemeinsam mit einem Imker betreut. Die Schüler haben für die Bienen auch eine Blumenwiese angelegt. „Das Thema ist bei den Kindern richtig gut angekommen“, sagt er.

Der Grund dafür, dass sich die Grundschule Züsch als Naturparkschule engagiert, ist die Tatsache, dass die Kinder mitten im Naturpark wohnen, sagt Loos. Zudem lockt das gute Angebot: Der Naturpark hat vernünftige Angebote in petto und schon immer viel gemacht“, sagt Loos. „Wir wollen auch Nationalparkschule werden“, gibt er als nächstes Ziel aus.