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Kosten für das Wittlicher Vitelliusbad werden vorgestellt

Neubau oder Sanierung? : Kosten für das Wittlicher Vitelliusbad sollen vorgestellt werden

Der Volksfreund hat sich die in die Jahre gekommene Technik des Frei- und Hallenbads angesehen. Die städtischen Gremien befassen sich mit dem Thema.

Auf dem Boden liegt abgeplatzter Putz, Rost ist an allen Ecken und Enden zu sehen, es tropft von Decken und aus Rohren, Holzstämme stützen eine Decke, die einzustürzen droht, Teile des Bereichs sind nicht mehr gefahrlos zugänglich und mit Flatterband abgesperrt: Im Technikraum des Vitelliusbads, der so etwas wie die Herz-Lungen-Maschine des Wittlicher Frei- und Hallenbads ist, liegt einiges im Argen. Zwar wurde in den vergangenen Jahren vieles dort ausgetauscht und auch modernisiert, doch auch das wird immer schwerer, wie Markus Müller von der Stadtverwaltung sagt. „Die Technik ist so alt, dass wir Ersatzteile teilweise nur noch gebraucht kaufen können.“

Nicht nur deshalb hat das Hallenbad seine Lebensdauer erreicht, ein Neubau scheint unausweichlich (der TV berichtete mehrfach). „Das Hauptproblem ist der Schwallwasserbehälter“, sagt Nadine Schmitt, stellvertretende Badbetriebsleiterin. Wenn dieser mal kaputt ginge, müssten beide Bäder zumindest für die Dauer der Reparatur geschlossen werden, ergänzt Müller. In diesem Bereich wird das Wasser für die Bäder aufbereitet. Dass die Technik überhaupt noch funktioniere, sei ohnehin nur dem großen Einsatz von Badbetriebsleiter Thomas Berens und seinem Team zu verdanken, sagt Müller.

Wird das Bad inklusive der arg in die Jahre gekommenen Technik neu gebaut, wird der Technikraum den Anforderungen der neuen Geräte angepasst. „Man baut die Technik nicht in das Schwimmbad, sondern das Schwimmbad um die Technik herum“, sagt Müller.

Aber nicht nur die Technik der Bäder ist marode, auch im Hallenbad und im Freibad ist vieles reparaturbedürftig. So fehlt im Hallenbad die Schallschutzdecke, weil diese nach und nach von der Decke gefallen kam. Seitdem ist der blanke Beton an der Decke sichtbar, bunte Stoffsegel sollen den Geräuschpegel niedrig halten. Im Freibad, das derzeit fit gemacht wird für den voraussichtlich Mitte Mai beginnenden Freibadbetrieb, müssen fast fortlaufend Fliesen ausgetauscht und erneuert werden, von einem Bereich bröckelt der Beton ab. Die Sanierung des Vitelliusbads sollte ursprünglich in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag, 17. März, ein Thema sein – doch diese wurde wegen des Coronavirus abgesagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Das Gutachten zum Zustand des Freibads (der TV berichtete, siehe Info) sollte dabei diskutiert werden. Darin war festgehalten, dass in allen Becken des Freibads im Wand-, als auch im Bodenbereich großflächige Hohllagen im Fliesenbelag sind, die sich sowohl zwischen dem Estrich und dem Konstruktionsbeton als auch zwischen dem Fliesenkleber und dem Estrich befinden. Deshalb müsse bei der weiteren Nutzung der Becken mit immer schneller fortschreitenden Schäden in der Auskleidung gerechnet werden, Folgeschäden seien wahrscheinlich. Hinsichtlich der technischen Restnutzungsdauer der Freibadbecken kam der Gutachter zum Ergebnis, dass durch die umfangreichen Hohllagen in den Fliesen und die dadurch entstandenen Schäden „keine Restnutzungsdauer der Konstruktion mehr vorhanden ist“. Der Beton der Becken sei aktuell langfristig nicht beeinträchtigt, sofern die Schäden zeitnah beseitigt werden.

Auf Grundlage des Gutachtens hatte die Stadtverwaltung Wittlich die Planungsbeteiligten beauftragt, im Rahmen der Erstellung einer Alternativplanung die Kosten für die Sanierung der kompletten Freibadbereiche in den drei verschiedenen Varianten zu kalkulieren: Auskleidung mit Folie, Auskleidung mit Fliesen oder Auskleidung mit Edelstahl. Gleichzeitig soll neben der Kostenschätzung für den Neubau des Hallenbades auch die Lebenszykluskosten für die neue sowie für die bestehende Planung errechnet werden, hieß es in der Sitzungsvorlage des Bauausschusses.

 Wie lange geht das noch gut? Für die marode und in die Jahre gekommene Technik des Vitelliusbades gibt es kaum mehr Ersatzteile.
Wie lange geht das noch gut? Für die marode und in die Jahre gekommene Technik des Vitelliusbades gibt es kaum mehr Ersatzteile. Foto: TV/Christian Moeris

Neben dem Gutachten über den Zustand des Freibades sollten am Dienstagabend die Kostenschätzungen vorgestellt werden. Jetzt heißt es erneut: warten!

Hier geht es zur Bilderstrecke: Technik, Innen- und Außenbereich: So sieht’s aus im Vitelliusbad