Kostenloses Geldabheben - wie lange noch? - Zwei Genossenschaftsbanken haben Kooperation mit der Sparkasse Mittelmosel gekündigt

Kostenloses Geldabheben - wie lange noch? - Zwei Genossenschaftsbanken haben Kooperation mit der Sparkasse Mittelmosel gekündigt

Die Schließung von Sparkassenfilialen und Geldautomaten könnte Auswirkungen auf Gebühren für Barauszahlungen haben. Bislang können Kunden der Sparkasse Mittelmosel in den Kreisen Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich Geld an Automaten der meisten Genossenschaftsbanken gebührenfrei ziehen. Umgekehrt gilt das Gleiche. Zwei Genossenschaftsbanken haben jetzt diese Vereinbarung gekündigt.

Bernkastel-Wittlich. Geld abheben kostet Geld. Besonders teuer ist es, Bargeld bei einer Fremdbank aus dem Automaten zu ziehen. Für die Kunden der Sparkasse Mittelmosel und der Genossenschaftsbanken, die ebenfalls in den Kreisen Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich Filialen beziehungsweise Geldautomaten haben, gilt das nicht. Beispielsweise kann ein Kunde der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank (VVR-Bank) Wittlich an einem Sparkassenautomaten kostenlos Bargeld abheben. Umgekehrt gilt das genauso.
Im Jahr 2000 hatten die Banken eine entsprechende Vereinbarung getroffen - zum Vorteil aller Kunden. Allein die kleine Raiffeisenbank Moselkrampen mit ihren drei Filialen in Ernst, Ediger-Eller und Bruttig-Fankel machte nicht mit, ebenso die VR Bank Rhein-Mosel Ochtendung, die im Kreis Cochem-Zell zwei Filialen hat - in Treis-Karden und Klotten."Ein Missverhältnis"


Nach der Schließung von 13 Filialen und 15 SB-Automaten sowie der fahrbaren Geschäftsstelle der Sparkasse haben zwei Genossenschaftsbanken die Konsequenzen gezogen. Die Raiffeisenbank Eifeltor, die in den Verbandsgemeinden Kaisersesch und Ulmen tätig ist, hat die Vereinbarung Ende 2016 gekündigt. Die Kündigungsfrist beträgt ein Jahr, so dass die Entscheidung am 1. Januar 2018 wirksam wird - wenn es nicht doch noch eine neue Vereinbarung - eventuell mit anderen Konditionen - mit der Sparkasse geben wird.
Auch die Raiffeisenbank Zeller Land, die Geschäftsstellen in Zell, Briedel, Bullay, Bremm, Blankenrath und Mastershausen hat und noch zusätzlich zwei Geldautomaten im Verbrauchermarkt Globus in Zell und an der Aral-Tankstelle in Zell betreibt, hat die Kooperation mit der Sparkasse zum 31. Dezember 2017 gekündigt.
Der Vorstand der Raiffeisenbank Eifeltor, Thomas Welter, sagt: "Durch die Schließung von Sparkassenfilialen entsteht ein Missverhältnis. Bei uns, also in den Verbandsgemeinden Kaisers esch und Ulmen, kann man an neun Standorten Geld abheben, bei der Sparkasse ab dem 1. Februar nur noch an vier." Darüber müsse man mit der Sparkasse sprechen. Der gleichen Meinung ist der Vorstandsvorsitzende der Raffeisenbank Zeller Land, Hans Josef Schumacher. Er geht davon aus, dass man einvernehmlich eine Lösung finde.
Für die Kunden im Kreis Bernkastel-Wittlich ist die Frage wichtig: Wie verhalten sich die VVR-Bank Wittlich und die VR Bank Hunsrück Mosel in Morbach?Großer Nutzen für die Bürger


Der Vorstandsvorsitzende der Morbacher Genossenschaftsbank, Klaus Born, sagt: "Wir halten die Vereinbarung mit der Sparkasse aufrecht."
Auch die VVR-Bank Wittlich will an der Kooperation festhalten. Vorstandssprecher Michael Hoeck: "Diese Kooperation steht zurzeit nicht zur Debatte. Sie hat einen sehr großen Nutzen für die Bürger, und das soll auch so bleiben."
Die Sparkasse, die VVR-Bank und die anderen Genossenschaftsbanken verrechnen diesen für die Kunden kostenlosen Service intern. Nach Auskunft von Hoeck hatten beide Banken etwa die gleichen Kosten.
Das könnte sich aber ändern, weil zahlreiche Sparkassen-Automaten abgebaut werden. Hoeck: "Das Gleichgewicht ist dann nicht mehr gegeben. Wir müssen uns das in Zukunft genau anschauen und möglicherweise mit der Sparkasse über einen neuen Verrechnungssatz sprechen."
Der Vorstandssprecher der Sparkasse Mittelmosel, Edmund Schermann, hat in der Sache bereits mit den Chefs der Genossenschaftsbanken gesprochen, weitere Gespräche sollen folgen. Schermann ist sich sicher, dass alle Genossenschaftsbanken, auch die, die sozusagen vorsorglich die Kooperation zum 31. Dezember 2017 gekündigt haben, weiter an dieser Partnerschaft interessiert sind. Schermann: "Das würde ja auch deren Kunden treffen."

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