Krebskranken mit Rat und Tat zur Seite stehen

Krebskranken mit Rat und Tat zur Seite stehen

Vor 19 Jahren haben Marlene Klein und zwei weitere Frauen die Ortsgruppe Traben-Trarbach/Zell der Frauenselbsthilfe nach Krebs ins Leben gerufen. Klein ist seitdem Gruppenleiterin und gehört mit ihrer Vertreterin Ulla Schnitzius und Kassiererin Anna Schengel zum ehrenamtlich tätigen Vorstand, der Krebskranken und ihren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Traben-Trarbach. "Auffangen, Informieren, Begleiten" lautet das Motto der Frauenselbsthilfe nach Krebs, die vor 35 Jahren in Deutschland gegründet wurde. Marlene Klein hat 42 Teilnehmer in ihrer Gruppe, etwa 30 kommen regelmäßig zu den von ihr organisierten Treffen oder Arztvorträgen. Auch sie besucht regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen, Vorträge und Schulungen, die der Bundesverband anbietet.
"Der Name Frauenselbsthilfe ist geschützt", weiß sie, "aber inzwischen sind auch Männer in den Gruppen willkommen." Im Vorstand dürften nur von Krebs Betroffene mitarbeiten, sagt Klein, die ihr Ehrenamt mit großem Engagement ausübt. Vielen Menschen hat sie in den vergangenen Jahren geholfen.
Wir sind offen für jeden


Die Selbsthilfegruppe hat ein Sechs-Punkte-Programm aufgestellt, das unter anderem Kranke durch menschliche Zuwendung in Gesprächen unterstützt und dabei hilft, die Lebensqualität zu verbessern und die Angst vor weiteren Untersuchungen und Behandlungen zu überwinden. "Die Krankheit trifft einen von jetzt auf gleich, und in der Gruppe kann man die Erfahrungswerte von anderen mitnehmen", sagt Ulla Schnitzius. Immer noch müssten Frauen enorme Hürden überwinden, um sich zu dieser Zivilisationskrankheit zu bekennen.
"Man lernt in der Gruppe, was man für sich tun kann", sagt Marlene Klein. Selbst dürften sie auf Erkrankte nicht zugehen; mit Faltblättern oder Presseankündigungen wirbt die Gruppe für ihr Anliegen, und die Leiterin freut sich, wenn der Kreis größer wird. "Wir sind offen für jeden."
Traurig stimmt sie, dass sie ihr Ehrenamt nur noch bis Juni 2012 ausführen darf. "Mit 69 Jahren können Vorstandsmitglieder letztmalig für vier Jahre gewählt werden", sagt sie und fürchtet, dass die hiesige Selbsthilfegruppe dann geschlossen werden muss, denn eine Nachfolgerin ist nicht in Sicht. "Manche Frauen klebten an ihren Ämtern, und eine demokratische Wahl in den Gruppen war nicht mehr gegeben", sagt dazu Caroline Mohr, Pressesprecherin des Bundesverbandes, im Gepräch mit dem TV. Der Generationenwechsel sei von den Mitgliedern gewünscht worden. "Es sterben immer mal Gruppen", weiß Mohr, aber es bildeten sich auch neue, wenn der Bedarf da ist.
Wenn sich keine Kandidatin für die Nachfolge finde, könne es unter Erfüllung gewisser Auflagen auch eine Ausnahmeregelung geben.
Bis zu viermal im Monat trifft sich die hiesige Ortsgruppe im Bürgerhaus von Burg. "Viele meinen, wir sprächen nur über Krebs, aber manchmal haben wir gar keine Zeit, darüber zu reden", sagt Marlene Klein. Zahlreiche Aktivitäten sorgen für Abwechslung: Wanderungen, Gesprächskreise, interessante Arztvorträge, Kochkurse, Fahrradtouren und kreatives Gestalten werden den Teilnehmern geboten, und die Leiterin freut sich, wenn es hinterher heißt: "Endlich mal ein Tag, an dem wir nicht an die blöde Krankheit denken mussten."GKB

In Deutschland gibt es insgesamt 398 Selbsthilfegruppen in zwölf Landesverbänden. 40 Ortsgruppen finden sich in Rheinland-Pfalz. Die Gruppe Traben-Trarbach/Zell trifft sich jeden letzten Mittwoch oder Montag im Monat im Bürgerhaus von Burg in der Schulstraße. Die Teilnahme ist kostenlos. Der nächste Gesprächskreis mit kreativem Gestalten ist am Mittwoch, 17. Oktober, um 13.30 Uhr. Jeden Mittwoch wird um 19 Uhr "Sport nach Krebs" in der Loretta-Halle in Traben angeboten. Weitere Informationen erteilen Marlene Klein, Rufnummer 06541/2817 oder Ulla Schnitzius, 06541/4151. Am Sonntag, 9. Oktober, fährt die Gruppe zum 1. Symposium "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs" nach Köln. Weitere Interessierte sind willkommen. Anmeldung bis 7. Oktober bei Marlene Klein. GKB

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