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Kreis-Oscar für brillante Sängerin

Kreis-Oscar für brillante Sängerin

WITTLICH. Drei begehrte Preise wurden am Wochenende von Landrätin Beate Läsch-Weber vergeben. Der Kulturförderpreis ging diesmal an Marion Schimper-Eckstein, deren Stimme bereits einem internationalen Publikum bekannt ist.

Die Liste der Namen, mit denen Marion Schimper-Eckstein schon zusammengearbeitet hat, liest sich wie das "Who is who" der Alten Musik. Die Dirigenten Thomas Hengelbrock, Jay Johannsen und Helmut Rilling gehören dazu, das European Chamber Orchestra, die Bamberger Symphoniker oder das Stuttgarter Kammerorchester. Von Stuttgart nach Wittlich und zurück

Auf zahlreichen CD-Einspielungen kann jeder die in Bernkastel geborene junge Dame hören. Wie herausragend ihre Altstimme ist, stellte sie mit einem temperamentvollen Gesangsvortrag während der Preisverleihung unter Beweis. Den eigenen Pianisten sowie Mann und Kinder hatte sie aus Stuttgart mitgebracht. Und, wie könnte es bei einer Vollblutmusikerin anders sein, Ehemann Lutz hatte sie bereits im Landesjugendorchester kennen gelernt, wie sie im - zumindest teilweise in überzeugendem Schwäbisch geführten - Zwiegespräch mit Moderator Justinus Maria Calleen verriet. Der wiederum gestand in seiner Laudatio die eigene Erleichterung darüber, dass mit der diesjährigen Gewinnerin des Kulturförderpreises eine ehemalige Schülerin des Cusanus-Gymnasiums gesiegt habe. Sowohl Miriam Esch als Preisträgerin des Sonderpreises in der Sparte Kunst, als auch Schlagzeuger Florian Body, der den Jugendsonderpreis gewann, hätten das Peter-Wust-Gymnasium besucht, das in manchen Kreisen schon "die Musenschmiede" genannt werde. Der gerade volljährig gewordene Body hat inzwischen zum Landesmusikgymnasium nach Montabaur gewechselt, wo sein Talent besser gefördert werden kann. Gut für seine Intelligenz insgesamt, besonders aber auch für die soziale Intelligenz, wie Frank Wilhelmi als Leiter der Kreismusikschule betonte. Das aktive Musizieren fördere die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, was wissenschaftliche Studien längst belegten. Männer wie Napoleon hätten dies schon immer gewusst. "Ein Gesetzgeber sollte die Musik darum besonders unterstützen", hatte der seinerzeit gefordert. Calleen lobte den überragenden Fleiß des Preisträgers aus Esch: Kein Auftritt scheine ihm zu aufwändig, kein Einsatz zu lästig, ob in Bands, im heimischen Musikverein oder in Workshops. Der Kulturamtsleiter empfahl dem Schlagzeuger, nicht auf die Ratschläge manches Erwachsenen zu hören und keine "ordentliche Ausbildung" zu machen. Was er mache, sei ordentlich. Dafür sprechen Bodys dritte Plätze im Bundeswettbewerb "Jugend musiziert": 2000 und 2003.Miriam Esch überzeugte mit präzisen Zeichnungen

Im Alter von elf Jahren hatte sich Miriam Esch aus Dörbach einen eigenen Kunstlehrer ausgesucht, der ihr das Malen und Zeichnen von der Pike auf beibrachte. Auf Studienreisen nach Frankreich und in die Schweiz vertiefte sie ihr Können und absolvierte ein Studium der Bildenden Kunst. Daneben studierte sie Germanistik, Soziologie, Didaktik und Pädagogik. An dieser Stelle unterbrach die Landrätin bewundernd: "Ich wusste gar nicht, dass man so viele Fächer auf einmal studieren kann!" Esch hatte mit ihren detailgetreuen, teilweise fotorealistischen, überaus präzisen Zeichnungen überzeugt. Zur Jury gehören Justinus Maria Calleen, Moselfestwochen-Intendant Hermann Lewen, Abt Bruno Fromme aus dem Kloster Himmerod, Kreismusikschulleiter Frank Wilhelmi sowie die Kreischefin Beate Läsch-Weber. In diesem Jahr hatten die Honoratioren über mehr als 14 eingereichte Bewerbungen zu entscheiden. Die drei Preise sind mit insgesamt 5000 Euro dotiert.