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Kreis will Vorbild bei Solarenergie sein

Kreis will Vorbild bei Solarenergie sein

Der Kreis will die Dächer der eigenen Schulgebäude in einem zweiten Anlauf nun doch mit Photovoltaikanlagen ausstatten. Die Verwaltung will die Anlagen, deren Kosten auf 1,4 Millionen Euro geschätzt werden, selbst betreiben. Sie hofft, jährlich 30 000 Euro damit einzunehmen.

Wittlich. Erstmals hat der Kreis vor drei Jahren erwogen, die Dächer seiner Schulen und des Kreishauses mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Damals wurde sich die Verwaltung nicht einig mit den Investoren, die die Anlagen betreiben sollten. Ein Streitpunkt: Der Kreis wollte nicht das Risiko für die Ausfallzeiten der Firma tragen, wenn die Anlagen repariert werden müssen.

Nun nimmt der Kreis einen neuen Anlauf zum Thema Solarenergie. Diesmal werden keine Betreiber gesucht, sondern die Verwaltung will alles selbst in die Hand nehmen. Möglich wird dieses Vorgehen, weil die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier nach einem anfänglichen Nein nun Ja zu einem Kredit für die Solaranlagen gesagt hat. Die Behörde begründet die Zusage damit, dass Gewinne geplant sind. Der Kreis schätzt, dass er mit den Solaranlagen bei einer Laufzeit von 20 Jahren und nach Abzug aller Kosten jährlich 30 000 Euro einnimmt. Im Haushaltsentwurf für 2011 sind 1,4 Millionen Euro für den Bau der Anlagen eingeplant.

Doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, und so hat der Kreisausschuss zunächst ein Büro damit beauftragt, zu prüfen, ob Photovoltaik auf Schuldächern von der Statik her umsetzbar und auch wirtschaftlich ist. Kostenpunkt: 18 600 Euro.

Elf Einrichtungen in Wittlich und an der Mosel



Elf Schulen sollen mit Solarmodulen bestückt werden. In Wittlich sind das die beiden Gymnasien, die Kurfüst-Balduin-Realschule, die Berufsbildende Schule (BBS) und die Liesertalschule in Wengerohr. In Bernkastel-Kues gehören die BBS, die Burg-Landshut-Schule und das Nikolaus-von-Kues-Gymnasium dazu. Außerdem in Frage kommen das Gymnasium in Traben-Trarbach und die Realschule plus in Neumagen-Dhron.

Die Dächer des Kreishauses hat die Verwaltung zunächst ausgeklammert. Sie sollen erst hinzukommen, wenn sich erwiesen hat, dass sich die übrigen Anlagen rechnen. Nach einer ersten groben Schätzung könnten mit Photovoltaikanlagen auf den genannten Schulen 150 Durchschnittshaushalte mit Strom versorgt werden. Davon verspricht sich der Kreis eine Reduzierung des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid. Doch nicht nur das. Der Kreis will so auch als Vorbild dienen. EXTRA Betreibermodelle Die Verwaltung geht davon aus, dass sie den größten Gewinn mit den Solaranlagen auf Schulen erzielen kann, wenn sie die Anlagen selbst betreibt. Sie schätzt die jährlichen Einnahmen auf 30 000 Euro. Andere Modelle hat die Verwaltung geprüft - und verworfen. Würde der Kreis die Dachflächen verpachten, würde er maximal 7000 Euro einnehmen. Höher könnten die Einnahmen laut Verwaltung liegen, wenn der Kreis eine partnerschaftliche GmbH mit einer Fachfirma gründen würde. Eine solche Firma könnte eine Solaranlage möglicherweise preisgünstiger ans Laufen bringen. Bei diesem Betreibermodell stößt der Kreis laut Verwaltung aber auf Probleme, wenn er Arbeiten ausschreibt.