Kreisel eröffnet neue Wege rund um Wittlich

Kreisel eröffnet neue Wege rund um Wittlich

Seit 47 Jahren fordern die Wengerohrer den Bau einer Ortsumgehung. Mit der offiziellen Verkehrsfreigabe des Kreisels unweit des Stadtteils am 3. Dezember geht dieser Wunsch in Erfüllung. Im nächsten Schritt soll ein Durchfahrtsverbot für LKW durch den Ort erlassen werden.

Wittlich-Wengerohr. Für Theodor Brock findet die Bescherung in diesem Jahr bereits am 3. Dezember statt. "Das wird der schönste Tag meines Lebens", bekennt der Ortsvorsteher von Wittlichs größtem Stadtteil Wengerohr. "Darauf habe ich in den vergangenen sieben Jahren als Ortsvorsteher hingearbeitet." Die Freude Brocks hat jedoch keinen adventlichen Hintergrund, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass an jenem Samstag um 11 Uhr der neue Kreisel zwischen Wengerohr und Platten offiziell und feierlich eröffnet wird. Mit Reden, Banddurchschnitt und einem Autokorso.
Fünf Wochen Umleitung


Mit diesem Datum geht ein Wunsch in Erfüllung, den die Wengerohrer seit 47 Jahren träumen. So lange ist es her, dass die Forderung nach einer Ortsumgehung laut wurde. Und mit der Eröffnung des Kreisels in Sichtweite Plattens ist die entscheidende Lücke in der Umgehung des Stadtteils geschlossen. Künftig soll der Durchgangsverkehr über neu gebaute Landesstraßen den Weg über den St.-Paul-Kreisel, den Kreisel am Umspannwerk und den nun fertiggestellten Kreisel unterhalb der Trasse der B 50 neu laufen.
Nach der offiziellen Feier beginnt für die Wengerohrer ein neues Kapitel. Laut Landesbetrieb Mobilität soll der Verkehr in der Ortslage um 75 Prozent abnehmen. Derzeit sind dort heute täglich rund 16 000 PKW und LKW unterwegs. Besonders den Lastkraftwagen gilt nach Auskunft Brocks nun das besondere Augenmerk. "Wir wollen, dass Wengerohr für LKW mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht gesperrt wird", sagt der Ortsvorsteher. Mit diesem Vorstoß zielt Brock besonders auf den Zulieferverkehr für das Gewerbegebiet Wengerohr. Vor allem die von der A 1 kommenden LKW nutzen derzeit noch die innerörtliche Bahnhofstraße, um an ihre Ziele zu kommen. Künftig sollen nach den Wünschen der Wengerohrer diese Fahrzeuge über die Ortsumgehung fahren und dann die Dr.-Oetker-Straße nutzen.
Für die Menschen in Wengerohr wird es nach dem 3. Dezember auch heißen, erst einmal die Zähne zusammenzubeißen. Denn nach der Eröffnung des Kreisels wird für fünf Wochen die Verbindung Richtung Industriegebiet Wengerohr gekappt. Dann muss nach Auskunft des Landesbetriebs Mobilität der komplette Verkehr mit Fahrtziel Wengerohr - auch der aus Richtung Mosel - von Norden her über den St.-Paul-Kreisel in den Stadtteil einfahren. Für den Verkehr mit der Ortslage Wengerohr als Ziel wird eine Ampelschaltung eingerichtet.Extra

Bis zur offiziellen Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung Wengerohr müssen Restarbeiten im Straßenbau im Bereich des 1,5 Millionen Euro teuren Kreisels erledigt werden: Das umfasst die Montage von Schutzplanken, das Aufbringen von Markierungen und das Aufstellen der Beschilderung. Ab kommenden Jahr werden dann rund 750 000 Kubikmeter Erde aus dem Abschnitt zwischen Kreisel und Autobahn abgebaggert und in den Abschnitt zwischen Kreisel und Hochmoselbrücke transportiert. Dies geschieht über die Trasse der Bundesstraße 50 neu, die den neuen Kreisel überspannt. har