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Kreisel soll Moselparkplatz entlasten

Kreisel soll Moselparkplatz entlasten

Ist es möglich, einen Kreisel am Brückenkopf in Bernkastel zu installieren? Das wird derzeit geprüft. Ein Kreisverkehr könnte nach Meinung von Stadtbürgermeister Wolfgang Port helfen, die Probleme auf dem Moselvorgelände in den Griff zu bekommen.

Bernkastel-Kues. Seit Jahrzehnten wird in Bernkastel an neuen Lösungen für das Moselvorgelände "herumgedoktert". Denn dort herrscht ein ungeordnetes Nebeneinander von parkenden und fahrenden Autos, von Fußgängern und Radlern.
Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier, sagt: "Das Land hat der Stadt Bernkastel-Kues in den vergangenen Jahrzehnten eine Vielzahl von Planungen bezahlt."
Parkplätze sind knapp


Alle seien daran gescheitert, dass eine Neuordnung zum Verlust von Parkplätzen geführt hätte, weshalb die Stadt stets einen Rückzieher gemacht habe. Die 540 Parkplätze dort sind eben knapp und ihre Bewirtschaftung bringt zudem Geld, auch wenn Stadtbürgermeister Wolfgang Port nicht sagen will, wie viel.
Nun wird eine neue Lösung untersucht: die eines Kreisels auf dem Bernkasteler Brückenkopf. Er soll es ermöglichen, dass Autofahrer, die von Kues nach Graach fahren, nach der Moselbrücke nicht mehr nach rechts abbiegen und eine Runde mit 180-Grad-Drehung über den Mosel-Parkplatz drehen müssen, bevor sie in die gewünschte Richtung fahren können.
Mit einem Kreisel entfiele nicht nur ein "städtebaulicher Missstand", wie Port es nennt, sondern auch der Durchgangsverkehr auf dem Parkplatz. Letzteres wiederum würde mehr Raum schaffen für die Pläne der Stadt. Denn die will den Platz mit Hilfe von Schranken bewirtschaften.
Zudem sollen ein durchgängiger Fußgänger- und ein Radweg entstehen (der TV berichtete). Der auf 1,5 bis zwei Millionen geschätzte Umbau soll über das Programm Historische Stadt finanziert werden, das der Städtebauförderung folgt, die in Bernkastel Ende 2012 ausläuft.
Laut Bartnick ist die Kreisel-Idee für Bernkastel nicht neu. "Stimmt", sagt dazu Stadtbürgermeister Wolfgang Port, "doch richtig untersucht wurde sie noch nie." Diese Aufgabe hat nun eine Studentengruppe der Hochschule Trier übernommen. Sie prüft in einer vom LBM betreuten Semesterarbeit, ob ein Kreisel die Verkehrsströme besser verteilen kann und ob für ihn genügend Platz vorhanden ist. Erste Ergebnisse sollen im März/April vorliegen.
Und was sagt die Polizei zu den Kreiselplänen? In der Regel verbessere ein Kreisel den Verkehrsfluss, sagt Axel Schnitzius, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues. Allerdings befürchtet er, dass es auf der Bernkasteler Seite schlicht zu eng für einen Kreisverkehr ist.
Auch auf der etwas geräumigeren Kueser Seite habe man nur einen Behelfskreisel einrichten können. Doch der wirkt laut Schnitzius positiv. Dort gebe es lediglich wenige Auffahrunfälle.
Auf der Bernkasteler Seite hat es in diesem Jahr an der Kreuzung, an der die Moselbrücke auf die B 53 trifft, bereits acht Mal gekracht. An der Unfallstelle ertappe die Polizei bei Kontrollen immer wieder auch Einheimische dabei, wie sie entgegen des Verbots nach links abbiegen würden, sagt Schnitzius. Würde ein Kreisel gebaut, könnten die Autofahrer auch ohne zu zahlen nach links abbiegen.