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Kreissynode Simmern-Trarbach beschließt neue IT-Strategie

Kirche : Protestanten wollen sich Herausforderungen stellen

Kreissynode Simmern-Trarbach: Kirche soll weiterhin Kirche sein, die sich öffnet, die hinschaut und zuhört.

Die evangelische Kirche an der Mosel und im Hunsrück will sich den Herausforderungen stellen, denen sich die Protestanten angesichts knapper werdender Finanzen, sinkender Mitgliederzahlen und struktureller Veränderungen gegenübersehen. Gleichzeitig will der Kirchenkreis Simmern-­Trarbach aber weiterhin auch bunt und vielfältig bleiben und nah bei den Menschen sein. Die Kreis­synode sprach sich dabei für eine Unterstützung entsprechender innovativer Projekte in den Gemeinden aus, daneben machte sie den Weg frei für eine IT-Strategie.

„Unsere Kirche soll weiterhin eine Kirche sein, die sich öffnet, für unterschiedliche Menschen und Begabungen, Lebensentwürfe, Generationen“, betonte Superintendent Markus Risch vor der Kreissynode, die online tagte. Die Pandemie habe gezeigt, wo die Kirche gut aufgestellt sei, aber auch, wo sie noch lernen könnte. „Und Corona hat auch deutlich gemacht, wie sehr gerade ältere Menschen, die alleine leben, die Gemeinschaft brauchen. Wie sehr sich Kinder und Jugendliche nach Begegnung und Austausch sehnen“, so Risch, der erstmals die Kreissynode leitete.

Geistliche Begleitung und Seelsorge stünden durchaus noch hoch im Kurs, zeigte sich der Superintendent überzeugt. Doch Kirche sei im öffentlichen Bewusstsein nicht mehr zwingend überall präsent, fügte er hinzu. „Zumindest den digitalen Raum konnten wir neu für uns entdecken und uns präsentieren“, machte Markus Risch deutlich. Darum sei eine IT-Strategie für den Kirchenkreis wichtig. „Wir müssen die Zeichen der Zeit erkennen. Der Auftrag der Kirche bleibt bestehen, aber die Wege verändern sich“, gab er zu bedenken. Mit großer Mehrheit machte die Kreissynode grundsätzlich den Weg frei für die Erarbeitung einer entsprechenden Konzeption, über die dann die Herbstsynode im November endgültig entscheiden wird.

Dabei dürfe der Kirchenkreis aber auch den Blick auf die Region und das Umfeld verlieren. „Es darf uns bewegen, was in unserer Nachbarschaft geschieht, wo sich Menschen Hilfe und Unterstützung, Gemeinschaft und auch tröstende Worte erhoffen“, betonte der Superintendent auch im Hinblick auf die Erfahrungen in der Pandemie. Die Menschen würden sich nach solchen Erfahrungen sehnen. „Und wir als Kirche können hier Räume und Orte dafür schaffen. So gewinnt unsere Kirche auch an Ausstrahlungskraft und wird ihrem öffentlichen Auftrag gerecht“, ist Markus Risch überzeugt.

Dem folgte auch die Kreissynode. Einstimmig beschloss sie einen Innovationsfonds, der entsprechende Initiativen und Projekte vor Ort fördern, so auch mit einem Beitrag zur Anschubfinanzierung. „Die Bedeutung unserer Kirche bemisst sich nicht an ihrer Größe, sondern an der Verantwortung, die sie für Gottes Welt übernehmen kann. Wenn wir hinschauen und hinhören, werden wir gefragt. Und wenn wir uns als glaubwürdige Zeuginnen und Zeugen der Liebe Gottes verstehen, die Verantwortung übernehmen, werden wir auch gehört“, betonte Risch.

Einstimmig sprach sich die Kreissynode für eine unbefristete Fortsetzung der Vereinbarung über ein gemeinsames Schulreferat mit den Nachbarkirchenkreisen „An Nahe und Glan“, „Trier“ und „Obere Nahe“. „Die Zusammenarbeit hat sich bewährt, wir nutzen damit Synergieeffekte“, so Superintendent Risch. Zu neuen Umweltbeauftragten des Kirchenkreises wählten die Synodalen Pfarrerin Edeltraud Lenz (Michelbach) und den Rheinböller Presbyter Klaus Thomas.