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Kreistag verschiebt Entscheidung zum Linienbündel Eifel-Kondelwald

Busverkehr : Es hängt am Anhänger – Kreistag verschiebt Entscheidung zum Linienbündel Eifel-Kondelwald

Das Linienbündel Eifel-Kondelwald soll im kommenden Jahr an den Start gehen. Deshalb sollte der Kreistag am Montag die dazugehörige Ausschreibung beschließen. Doch die Entscheidung wurde vertagt.

Das Linienbündel Eifel-Kondelwald soll im Dezember 2021 als eines von vier Linienbündeln im Kreis Bernkastel-Wittlich an den Start gehen. Die entsprechende Ausschreibung soll in diesem Jahr erfolgen, der Kreistag sollte dieser in seiner Sitzung zustimmen. Doch dazu kam es nicht.

Knackpunkt war ein fehlender Fahrradanhänger auf der Hauptlinie 300 (von Kues über Wittlich sowie unter anderem Minderlittgen – Großlittgen, Manderscheid und Mehren nach Daun) beziehungsweise auf der Nebenlinie 351 von Wengerohr über die Dörfer nach Gillenfeld. Stattdessen sollten die Busse der Linie 300 keinen Fahrradanhänger, sondern nur einen Hecklastträger für maximal fünf Räder bekommen. Pedelecs lassen sich mit dem Hecklastträger nicht transportieren.

Landrat Gregor Eibes zeigte als Erster seinen Unmut darüber. „Es ist ein großer Bus, da kann es nicht daran liegen, da einen Anhänger anzuhängen“, sagte er. Der Hecklastträger sei eventuell in Wittlich schon voll, so dass keine anderen Radfahrer mehr mitfahren können. Für Eibes ist es keine Option, die Linie 300 ohne Anhänger fahren zu lassen.

Günter Theis (Bündnis 90/Die Grünen), der auch im Rat der VG Wittlich-Land sitzt, war ebenfalls verärgert: „Damit können wir überhaupt nicht zufrieden sein“, sagte der Manderscheider. Die VG sei dabei, den Radtourismus zu entwickeln. Und: „Mit diesem Vorgehen wären wir komplett abgehangen“.

Dennis Junk, Bürgermeister der VG Wittlich-Land und Mitglied des Kreistags, bat darum zu prüfen, beide Linien, also die Hauptlinie 300 und die 351, mit einem Anhänger auszustatten und das Angebot der Radbusse am Wochenende zu erweitern. Junk sprach ebenfalls nochmal das Radwege-Konzept seiner VG an, das nachhaltig sei und vorliege (wir berichteten mehrfach).

 Marcus Heintel, Bürgermeister der VG Traben-Trarbach und Kreistagsmitglied, bemerkte, dass die beiden Gemeinden Diefenbach und Willwerscheid nicht beziehungsweise schlecht angebunden seien. Das liege daran, so ein Mitarbeiter des Planungsbüros, dass in Diefenbach wegen der Größe des Orts die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine Busanbindung nicht erfüllt seien. Willwerscheid hingegen sei nur für den Schüler- und Kindergartenverkehr angebunden.

Nach einer längeren Diskussion entschied sich der Kreistag dazu, in dieser Sitzung nicht über die Ausschreibung zu entscheiden.

Im Laufe der Woche sollen die am Planungsverfahren Beteiligten nochmals über das Linienbündel und die Ausstattung der Buslinien beraten. Danach soll dann der Kreisausschuss über die Ausschreibung entscheiden: Der Kreistag ermächtigt den am kommenden Montag, 29. Juni, tagenden Aussschuss , den Beschluss zu fassen. Die Sitzung beginnt um 14.30 Uhr im Kreishaus.

Die Ausschreibung des Linienbündels muss bis 19. August erfolgen.