KREISTAG

Zum Artikel "Das Tafelsilber bleibt beim Kreis" (TV vom 5. November) schreibt dieser Leser:

Die Debatte um die RWE-Aktien des Kreises Bernkastel-Wittlich - wie sie im TV wiedergegeben wurde - zeigt, dass Kommunalpolitiker selten geeignet sind, Aktienpakete zu verwalten. Die 413 200 Aktien waren im Frühjahr 2010 bei einem Kurs von über 60 Euro noch circa 25 Millionen Euro Wert. Nach Fukushima und der folgenden Energiewende liegen sie heute bei noch bei circa zwölf Millionen Euro. Beim Verkauf läge der Verlust also bei circa 13 Millionen Euro, das sind pro Kreisbürger circa 110 Euro. Der Verlust pro Bürger überschreitet die Verluste durch die Fehlinvestitionen am Nürburgring deutlich. 1,17 Millionen Euro ersparte Zinsen trösten da ebenso wenig wie eine Dividende, die der Konzern trotz tiefroter Zahlen zahlt. Den größten Teil dieser Verluste wird der Kreis realisieren müssen, denn mit Gewinnen ist in absehbarer Zeit kaum zu rechnen. Auf dieses Szenario war der Konzern nicht vorbereitet. Die Stromversorgung in unserem Land muss nun unter Zeitdruck von zentraler Versorgung aus Braunkohlenkraftwerken und Atomkraftwerken auf weitgehend dezentrale Versorgung (Windkraft und Sonnenenergie) umgestellt werden. Die Braunkohletagebaue müssen renaturiert, die Kernkraftwerke abgebaut und entsorgt werden. Das Endlagerproblem ist ungelöst. Das kostet und bringt nichts ein. Vorweggehen? Als Aktionär besser: weggehen! Fritz Kassner, Reil