Tourismus : Kreuzfahrtschiffe für Kröv

Das Flußkreuzfahrtunternehmen Viking River Cruises will auch Kröv anfahren und benötigt dazu einen neuen Anleger.

Das Gemeindesäckel ist zwar leer, aber in Kröv ist trotzdem Bewegung. Darüber konnte sich Ortsbürgermeister Günter Müllers auf der Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwochabend freuen. Der gut ein Dutzend Jahre alte Norma-Supermarkt am Ortsrand im Gewerbegebiet „Bei der Petersbach“ will seine Verkaufsfläche um 234 Quadratmeter auf dann deutlich über 800 Quadratmeter erweitern. Damit würde der Betrieb als großflächiger Einzelhandel eingestuft. Dies lässt der derzeitige Bebauungsplan aber nicht zu. Deshalb soll dieser in ein Sondergebiet „Nahversorgung“ geändert werden. Anders als 2006, als der Norma-Markt Umsiedlung und Vergrößerung vom Standort im Ort (an der B 53) plante, gab es diesmal gegen die Erweiterung keine großen Widerstände.

Nicht nur der Kröver Supermarkt soll größer werden, auch die Schiffe, die in Kröv anlegen können. Die Reederei Viking River Cruises möchte am Ortsrand, etwa im Bereich des Moselufers unterhalb der Einmündung der Landesstraße 58 in die Bundesstraße 53, eine neue Schiffsanlegestelle für Hotelschiffe bauen. Der Anleger unterhalb der Weinbrunnenhalle ist für die Schiffe mit geplant 191 Passagieren (meist aus dem englischsprachigen Raum) nicht geeignet.

Viking River Cruises möchte den Kröver Anleger nicht für Übernachtungen nutzen. Die Liegedauer soll zwei bis sechs Stunden betragen. Von Kröv aus sollen Ausflüge wie beispielsweise Radtouren und andere Aktivitäten, beispielsweise Weinproben, über regionale Anbieter, unternommen werden. Gemeinderatsmitglied Otto Schnitzius schlug vor, prüfen zu lassen, ob die Anlegestelle etwas weiter moselaufwärts in Höhe des Schwimmbad-Parkplatzes angelegt werden könne. Dort sind gewisse Zuwegungen bereits vorhanden und keine Probleme wegen der Eigentumsverhältnisse zu erwarten.

Um die Mosel ging es auch beim Tagesordnungspunkt Internationales Trachtentreffen. Die schwimmende Bühne muss künftig durch einen sogenannten Schorbaum mit dem Ufer verbunden werden. Das bedeutet zwar eine Investition von insgesamt rund 10 000 Euro. „Dadurch sparen wir uns flussseitig aber die Anker“, sagte Müllers zum Nutzen. Das Schmutzwasser der Schausteller wird außerdem in Zukunft mit einem mobilen Abwasserentsorgungssystem erfolgen.

Behalten, allerdings nicht am gewohnten Standort in der Plenterstraße, wird Kröv seine Postfiliale. Ab 21. Juni wird die Touristinformation in der Weinbrunnenhalle auch Post-Dienstleistungen anbieten.

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