Kreuzgang-Sanierung beginnt am Fundament

Kreuzgang-Sanierung beginnt am Fundament

Monatelang haben Handwerker und Wissenschaftler geprüft, untersucht und den Kreuzgang der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier-Süd auf seine Statik hin getestet. Mit Zuschüssen von Bistum und Bund soll im Sommer die Restaurierung beginnen.

Trier. Hinter massiven Eingangspforten verborgen - für das gewöhnliche Publikum nur selten zugänglich - liegt das Herzstück der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier-Süd: der gotische Kreuzgang aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Tradition eines Klosters an diesem Ort wird auf mindestens 1000 Jahre geschätzt. Zugleich überdacht und unter freiem Himmel liegt der Kreuzgang von Gebäuden umstanden im Kern der Abtei. Seine Architektur fasziniert sowohl Kunsthistoriker als auch mehr und mehr Trierer Bürger.
Doch die Zeit der Säkularisierung im 19. Jahrhundert, in der das Kloster als Gutshof und Stallung genutzt wurde, hat am Kreuzgang große Schäden hinterlassen.
Erst in den 1920er Jahren kehrten die Mönche nach St. Matthias zurück. Heute stehen provisorische Stützen in den Gängen des Kreuzgangs. Auch die Wandputze und Säulen sind stark beschädigt, und der Nordflügel des Bauwerks wurde im 19. Jahrhundert vollständig abgerissen.
Da der Kreuzgang stark gefährdet ist, will die eigens gegründete St.-Matthias-Stiftung das Bauwerk in den kommenden Jahren restaurieren. Im Sommer sollen nun die ersten Trockenlegungsarbeiten und Stützmaßnahmen beginnen. "Allein dieser erste Arbeitsschritt kostet etwa 531 000 Euro", sagt Ignatius Maaß, Abt der Benediktinerabtei. Dabei soll zunächst die Feuchtigkeit aus dem Bauwerk ferngehalten werden. "Dafür müssen wir das Fundament isolieren, damit künftig keine Feuchtigkeit mehr in das Gemäuer ziehen kann", erklärt Architekt Karl Feils. In einem nächsten Arbeitsschritt plant die Stiftung, deren Vorsitz Triers ehemaliger Oberbürgermeister Helmut Schröer hat, die Statik der gewölbten Gänge zu sichern. Für diese ersten Arbeitsschritte hat die Stiftung Zuschüsse beim Bistum und auch beim Bund beantragt, "die uns schon zugesagt wurden, aber wir warten mit der Ausschreibung noch auf die schriftlichen Bescheide", sagt Schröer.
Allein die Bestandsaufnahme zur Architektur und zu Schäden des Kreuzgangs kostete 250 000 Euro.
Dabei stießen die Wissenschaftler auf Details wie Überreste einer Fresko-Malerei (Mariendarstellung) aus der Erbauungszeit, die in einer späteren Phase überputzt gewesen war. Das gesamte Sanierungsprojekt in Höhe von vier Millionen Euro umfasst darüber hinaus die Restaurierung des Kreuzgangs, die Wiederherstellung des Nordflügels, des Brunnenhauses und des Kreuzgartens. "Im Idealfall dauert das fünf Jahre", sagt Architekt Feils. Um weitere Unterstützer für das Projekt in der Benediktinerabtei in Trier-Süd zu gewinnen, erhalten alle Bürger an einem Tag der offenen Tür, am Sonntag, 28. April, Einblick in den Kreuzgang und das Kloster.Extra

Neue Einblicke ins Kloster und den Kreuzgang mit den Kapitellen des Bildhauers Willi Hahn bietet ein Tag der offenen Tür am Sonntag, 28. April. Von 14 bis 18 Uhr stehen den Besuchern in der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier-Süd auch der Klosterpark, der Kapitelsaal und das Dormitorium offen. Kaffee, Kuchen und Getränke werden im Speisesaal der Mönche gereicht. Auf die Kinder wartet eine Rallye durch die Klosteranlage. Vertreter der Stiftung St. Matthias informieren über die Restaurierung des Kreuzgangs. cmo

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