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Kreuzungsbereich der Hunsrückhöhenstraße soll komplett umgestaltet werden

Verkehr : Neue Kreuzung mit Kreisel und Überführung an der Hunsrückhöhenstraße

Der Bereich bei der Esso-Tankstelle in Morbach soll komplett umgestaltet werden. Doch bis es so weit ist, werden noch ein paar Jahre ins Land gehen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Morbach haben die Mitglieder des Gremiums entschieden, sich gegen die Herabstufung der K 99 (Saarstraße) zur Gemeindestraße zu wehren. Bürgermeister Andreas Hackethal hatte Befürchtungen geäußert, dass bei einem Umbau der Einmündung der K 99 auf die Hunsrückhöhenstraße Millionenkosten auf die Gemeinde zukommen könnten (der TV berichtete).

Doch was ist genau geplant?

Istzustand: Die Hunsrückhöhenstraße (B 327) hat im Bereich von Bosch Zerwes bis hinter die Esso-Tankstelle zahlreiche Einmündungen und Abfahrten. Dazu gehören die K 99, die nach Morbach hineinführt, die etwas versetzt angeordnete Einmündung der K 99 in Richtung Rapperath und Weiperath mit dem Mitfahrerparkplatz sowie die Essotankstelle mit Ein- und Ausfahrt. Zusätzlich mündet auch noch die Ausfahrt der Straße im Schollenfeld in die Ausfahrt der Tankstelle. Auf der Hunsrückhöhenstraße ist die Geschwindigkeit in dem Bereich auf 70 Stundenkilometer begrenzt.

Was soll sich ändern? Der gesamte Bereich wird zu einer „teilplanfreien Anschlussstelle“ umgebaut, sagt Marc Kuhn vom Landesbetrieb Mobilität (LBM). (Zur Erklärung: Teilplanfreie Knotenpunkte verbinden Straßen in zwei höhenmäßig unterschiedliche Ebenen. Sie bestehen aus Ein- und Ausfahrten an der übergeordneten Straße und Einmündungen und Kreuzungen an der untergeordneten Straße sowie dazwischenliegende Verbindungsrampen und Brückenbauwerke.)

Grund für die Neugestaltung des Kreuzungsbereichs ist der starke  Verkehr auf der Hunsrückhöhenstraße. Die Prognose für das Jahr 2030 beläuft sich auf 16 000 PKW täglich, davon sind 2000 dem Schwerlastverkehr zuzuordnen. Hinzu komme die Topografie mit der Senke, bei der die Geschwindigkeit der LKW in Richtung Trier stark reduziert wird sowie die „derzeitigen Übereckbeziehungen der Verkehre aus dem Bereich Weiperath und Rapperath von und nach Morbach“.

Wie soll das im Detail erfolgen? In Zukunft wird die B 327 die K 99 überführen, sagt Kuhn. Der Verkehr von und nach Morbach wird über Rampen an die B 327 angebunden. Der Straßenverlauf der Hunsrückhöhenstraße wird in dem Bereich ein Stück in Richtung Rapperath verlegt, so dass zwischen der Esso-Tankstelle und der Überführung der B 327 über die K 99 ein Kreisverkehr entsteht. Dieser soll die Verteilung des Verkehrs zur Tankstelle, die Einfahrt in den Ort Morbach auf der bisherigen Trasse der B 327 bis zum Boschdienst Zerwes und zu den Rampen übernehmen. Der Ausbau erfolgt über eine Länge von rund 1,3 Kilometern und soll weitestgehend unter Aufrechterhaltung des Verkehrs umgesetzt werden.

Was kostet der Umbau? „Die Gesamtkosten belaufen sich zum Stand heute auf rund zehn Millionen Euro“, sagt Kuhn. Die Kosten ergeben für die Baulastträger folgende Aufteilung: Der Bund übernimmt 63,08 Prozent, der Kreis und die Gemeinde Morbach tragen jeweils 18,46 Prozent.

Wann wird das Projekt umgesetzt?

Der LBM Trier wird im Winter 2020/21 die Vorplanung dem LBM Rheinland-Pfalz vorlegen, der ein Sicherheitsaudit erarbeitet, sagt Kuhn. Nach dieser Qualitätsprüfung erfolgt die Aufstellung des Entwurfes mit dem Ziel, 2022 die gesamten Arbeiten zur Genehmigung des Haushaltes vorzulegen. Im Anschluss erfolgt das Planfeststellungsverfahren. Die Verfahrensdauer kann, laut Kuhn, zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden. „Wir gehen daher davon aus, dass eine Umsetzung der Maßnahme ab 2027 und eine Bauzeit von drei Jahren realistisch ist.“