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Kriminalitätsstatistik: Im Kreis Bernkastel-Wittlich lebt es sich sicher

Kriminalität : Im Landkreis Bernkastel-Wittlich lebt es sich sicher

Laut Statistik gab es 2019 im Hunsrück weniger Straftaten – aber ein Verdächtiger war für Hunderte Fälle verantwortlich.

Die Polizeiinspektionen und die Kriminalinspektion Wittlich haben ihre Kriminalstatistiken vorgelegt. Dabei zeigt sich: An der Mosel, in der Eifel und im Hunsrück leben die Menschen sicher.

Polizeiinspektion (PI) und Kriminalinspektion (KI) Wittlich: Dominik Sienkiewicz, Leiter der PI Wittlich, und Bernd Rehm, Leiter der KI Wittlich, sind mit den Ergebnissen der Kriminalstatistik 2019 zufrieden und ziehen eine positive Bilanz: „In Wittlich und Umgebung lebt es sich weiter sehr sicher. Das Risiko, hier Opfer einer Straftat zu werden, ist statistisch gesehen deutlich geringer als im Landes- und Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig ist das Entdeckungsrisiko für die Täter in der Region enorm hoch“, teilen beide mit.  Die Zahl der von der Polizei- und Kriminalinspektion Wittlich 2019 registrierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 3007 Fälle von 2941 gestiegen. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote ebenfalls erneut leicht gestiegen. Sie liegt mit 74,7 Prozent um 2,3 Prozent höher als im Vorjahr und damit über der Aufklärungsquote des gesamten Polizeipräsidiums Trier (69,9 Prozent).  Die Zahl der Körperverletzungen ist um zwei Fälle von 419 auf 417 gesunken. Die Aufklärungsquote von 91,5 Prozent in diesem Bereich ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gefallen. Die Mehrzahl aller Körperverletzungen passierte entweder bei öffentlichen Veranstaltungen oder in engen sozialen Beziehungen. Die Anzahl der registrierten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung liegt bei 196 und ist um 31 Fälle gestiegen. Die Aufklärungsquote wurde um 2,9 Prozent gesteigert. Bei den Diebstählen ohne erschwerende Umstände ist ein leichter Rückgang um 1,47 Prozent von 407 auf 401 Fälle bei gleichzeitigem Rückgang der Aufklärungsquote um 3,6 Prozent zu verzeichnen. Die schweren Diebstähle sind um 32,78 Prozent von 241 auf 162 Fälle gesunken, die Aufklärungsquote um 8,6 Prozent gestiegen. Die Zahl der erfassten Wohnungs- und Tageswohnungseinbrüche ist weiter rückläufig (44 Fälle). Die Aufklärungsquote der Tageswohnungseinbrüche ist um 4,5 Prozent und im Bereich der Wohnungseinbrüche um 5,5 Prozente gestiegen. Deutlich mehr Vermögens- und Fälschungsdelikte wurden registriert (von 270 auf 660), was daran liegt, dass zwei Großverfahren im Betrugsbereich erfolgreich abgeschlossen wurden. In einem Fall wurden gewerbsmäßig Waren in betrügerischer Absicht im Internet angeboten. Bei einem weiteren Fall betrog ein Täter rund 200 Menschen in seinem Arbeitsumfeld. 2019 wurden weniger Fahrzeuge beschädigt als 2018 (minus 21,3 Prozent), die sonstigen Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen oder Plätzen nahmen hingegen zu auf 83 Fälle (plus neun). 2019 wurden 574 Rauschgiftdelikte registriert. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 119 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt konstant bei 96 Prozent.

PI Bernkastel-Kues: 2019 wurden 1139 Straftaten (gegenüber 1125 im Vorjahr) registriert. Die Aufklärungsquote wurde um drei Prozent auf 69,1  gesteigert. Von den registrierten Straftaten blieb es in 58 Fällen beim Versuch. Die Zahl der einfachen Diebstähle aus Wohnungen ist von 14 auf zehn Fälle zurückgegangen. Eine Steigerung von 5,7 Prozent führte zu einer Aufklärungsquote in diesem Bereich von 70 Prozent. Bei den Körperverletzungen nahmen die Fälle von 98 auf 127 zu. Das dürfte auf den Einfluss von Alkohol bei Großveranstaltungen zurückzuführen sein. Die Aufklärungsquote wurde um 3,2 Prozent auf 96,1 Prozent erhöht. In fast 25 Prozent der Fälle waren Jugendliche oder Heranwachsende die Täter. Die Sachbeschädigungen stiegen von 100 auf 138 Fälle an. Hier wurde eine Tatserie aufgeklärt, ein 50-jähriger Verdächtiger wurde ermittelt. Die Betrugsdelikte sind um einen Fall auf 123 gestiegen. Auffallend ist, dass in 51 Fällen ältere Menschen die Opfer waren. Erfreulich ist der Rückgang der Umweltdelikte von 35 auf 14 Fälle.

PI Morbach: 2019 wurden 649 Straftaten statistisch erfasst. Gegenüber dem Vorjahr mit 1073 Fällen ist das ein Rückgang um 39,52 Prozent (424 Fälle). Eine Erklärung hierfür ist die Ermittlung eines Verdächtigen in 2018, auf dessen Kappe Hunderte Vermögens- und Fälschungsdelikte gingen. Dieser Umstand hat auch zur Folge, dass die Aufklärungsquote um 13,8 Prozent auf 68,6 Prozent zurückging. Rohheitsdelikte wie Raub, räuberische Erpressung, Geiselnahme oder ähnliches sind wieder rückläufig (-7,8 Prozent), es wurden 119 Fälle erfasst. Die Schwerpunkte liegen bei Körperverletzungen mit 89 Fällen (minus drei), Bedrohung mit zwölf Fällen (minus sieben) und Nötigung mit 14 Fällen (minus zwei). Die Aufklärungsquote wurde nochmal auf 95,5 Prozent gesteigert.

Bei den Diebstählen sind nur marginale Veränderungen festzustellen. Die Delikte ohne erschwerende Umstände sind um zwei Fälle auf 83 Fälle gesunken. In dieser Gruppe dominieren Ladendiebstähle mit 15 Fällen. Diebstähle in oder aus Wohnungen sind mit neun Fällen, an oder aus Kraftfahrzeugen sind mit sieben und Diebstähle aus Dienst-, Büro-, Werkstatt- und Lagerräumen sind mit zehn Fällen erfasst. Die Aufklärungsquote lag bei 41 Prozent. Die Diebstähle unter erschwerenden Umständen blieben gegenüber dem Vorjahr mit 17 Fällen unverändert.

Vermögens- und Fälschungsdelikte sind von 59 auf 72 Fälle gestiegen. Die Aufklärungsquote lag bei 63,9 Prozent. In dieser Gruppe dominieren Warenbetrug und Warenkreditbetrug mit 25 Fällen. Urkundenfälschungen im Zusammenhang mit der Zulassung von Kraftfahrzeugen wurden verstärkt registriert: 14 Fälle bedeuten einen Zuwachs um sieben.

In der Gruppe der sonstigen Straftatbestände dominieren, wie in den vergangenen Jahren, die Sachbeschädigungen, wobei es elf Fälle weniger gibt. Bei Beleidigungen ist wie im Vorjahr ein deutlicher Anstieg – um 14 von 34 auf 48 Fälle – zu verzeichnen. Eine mögliche Erklärung hierfür kann die zunehmende Zahl der Fälle in sozialen Netzwerken sein. Besonders sozialschädliche Straftaten, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig beeinflussen, ist mit 76 Fällen Straßenkriminalität . Örtliche Schwerpunkte sind primär im Bereich der Ortslage Morbach, insbesondere im Umfeld von Gaststätten, zu finden. Insgesamt wurden 378 Tatverdächtige ermittelt, 293 männliche und 85 weibliche. In Verknüpfung mit der Altersstruktur liegt der Anteil von 18- bis 21-Jährigen bei 88,1 Prozent. Im Bereich der Jugendkriminalität (unter 21 Jahre) wurden 80 Verdächtige erfasst, was einem Anteil von 21,2 Prozent entspricht. Eine Auswertung der Statistik belegt, dass Täter unterhalb des 21. Lebensjahres nach wie vor im Bereich der Rohheitsdelikte und Sachbeschädigungen überproportional vertreten sind.