Kritischer Beobachter und Gönner

Bernkastel-Kues ist um eine Persönlichkeit ärmer. Felix Kuhn, der bis ins hohe Alter Tag für Tag unterwegs war, ist tot. Er dürfte einer der ältesten Leserbriefschreiber des Trierischen Volksfreunds gewesen sein.

Bernkastel-Kues. (cb) Felix Kuhn war Teil des Stadtbildes. Bis ins hohe Alter war er Tag für Tag unterwegs. Am Sonntag ist er im Alter von 101 Jahren gestorben. Der gelernte Kfz-Mechaniker führte von 1936 an mit seinem Bruder das Autohaus Gebrüder Kuhn in Bernkastel-Kues. Ende der 70er Jahre übergab er die Firma an seinen Sohn. Bis ins hohe Alter war Kuhn ein kritischer Beobachter des Stadtgeschehens. Seit 1960 schrieb er Leserbriefe — speziell zur Verkehrsentwicklung. Kuhn war einer der Ersten, der einen Kreisel am Kueser Brückenkopf ins Gespräch brachte.Felix Kuhn dürfte einer der ältesten Leserbriefschreiber des Trierischen Volksfreunds gewesen sein. "Ich fange an, orthografische Fehler zu machen." So begründet er 2004, warum er keine Leserzuschriften mehr verfasste. Noch an seinem 100. Geburtstag bekundete er, dass der TV seine wichtigste Lektüre sei. Gesund und munter fühlte er sich damals noch — und das ohne Pillen. Bei Wind und Wetter war er unterwegs. "Nur mein Stock wird langsam alt", sagte er als Hundertjähriger. Auch als die Kraft der Beine schwand, ließ er sich seine Spaziergänge nicht nehmen und war mit einem Rollator unterwegs. Kuhn war auch Gönner. Für eine behindertengerechte Rampe, die zwischen dem Nikolaus-Hospital und der Seniorenakademie ans Moselufer führt, spendete er 5000 Euro.

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