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Kuchen essen und Kaffee trinken ohne Licht im Dunkelcafé in Morbach

Kuchen essen und Kaffee trinken ohne Licht im Dunkelcafé in Morbach

Das Kirchkaffee in der evangelischen Kirche in Morbach wird einen Nachmittag zum Café Dunkel, in dem die Kaffeetrinker und Kuchenesser nichts mehr sehen. Die Öffentlichkeit soll durch diese Aktion für die Belange von Menschen mit Behinderung sensibilisiert werden.

Zur Tasse greifen, einen Schluck Kaffee trinken, die Tasse wieder auf der Untertasse abstellen und anschließend mit der Kuchengabel ein Stück von der Torte abtrennen und in den Mund stecken. Für einen Menschen, der diese Gegenstand vor sich sieht, stellt dies alles kein Problem dar. Doch wie bewältigt man diese Tätigkeiten, wenn man nichts sieht?

Das können Interessierte am 3. Dezember, dem internationalen Tag der Behinderung, im Café Dunkel ausprobieren. Für einen Nachmittag wird das Kirchkaffee der evangelischen Erlöserkirche in Morbach komplett abgedunkelt, sagt Bianca Thees-Sonntag von der Ambulanten Assistenz Morbach.

Die Einrichtung hat zusammen mit Brigitte Heintel dieses Projekt initiiert. Zwischen 14 und 17 Uhr werden Gäste durch einen doppelt abgedunkelten Eingangsbereich, der jedes Licht von außen abhalten soll, ins Café Dunkel geführt. Dann kann jeder erleben, was es heißt, in Dunkelheit Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen.

Die Bedienung übernehmen blinde Menschen, die es gewöhnt sind, sich mit Hilfe ihrer anderen Sinne durch Räume zu bewegen und Tätigkeiten zu verrichten. "Es geht uns darum, auf Menschen mit Behinderung hinzuweisen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren", sagt Thees-Sonntag.

Am Samstag, 3. Dezember, ist das Kirchkaffee von 14 bis 17 Uhr als Café Dunkel geöffnet. Tischreservierungen sind möglich unter der Telefonnummer 0151/20174389.