Künftig ohne Miss-Wahl

OBERHAMBACH. Eine Generalsanierung steht im Ferienpark Hambachtal an. Unter anderem sollen im ersten Halbjahr dieses Jahres alle Ferienhäuser modernisiert werden.

Aus seinem Namen verbannt hat der Ferienpark Hambachtal den vorangestellten Zusatz "Hunsrück", auf den die frühere Geschäftsleitung Wert legte. "Ferienpark Hambachtal lässt sich einfacher vermarkten und im Internet finden", argumentiert Ben A. Baars, der den Betrieb seit Juni führt. Unübersehbar ist ein Investitionsstau: "Wir können nicht in sechs Monaten realisieren, was in den letzten Jahren nicht gemacht wurde." Inzwischen hat der Manager ein Projektpaket geschnürt, dessen Herzstück die Innenrenovierung aller 218 Ferienhäuser und 48 Ferienwohnungen ist. Drei Musterhäuser sind zuerst dran

Beabsichtigt ist nicht nur, das gesamte Mobiliar einschließlich Kücheneinrichtung und Badewanne auszutauschen. Zudem soll der Standard gesteigert werden. Die Bungalows werden in drei Kategorien eingeteilt. Zum Beispiel erhält die Business-Class einen Geschirrspüler, einen Mikrowellenherd und eine komfortablere Dusche. "Wir beginnen mit dem Umbau von drei Musterhäusern und sind zu Beginn der Hochsaison fertig", verspricht der 52-Jährige. Auch im Hauptgebäude wird sich einiges ändern, angefangen bei der nicht mehr zeitgemäßen Leuchtreklame. Wo bisher das Flair der 80er Jahre herrschte, schwebt dem Niederländer eine freundliche Atmosphäre vor. Die Gäste werden künftig ausschließlich im Erdgeschoss bewirtet - und zwar hauptsächlich in Buffetform: "Im Hambach-Grill, im Treff und im Terrassensaal Turmalin haben wir zusammen etwa 400 Sitzplätze." Überzeugt ist der Direktor, dass die neu zu gestaltenden Räume gemütlicher sind als der "Blaue Papillon" im Obergeschoss, der womöglich zur Tagungsstätte umfunktioniert wird: "Jeder soll sich bei uns wie zu Hause fühlen." Mit im Boot ist beim Umbau der neue Partner, die Bitburger Brauerei. In der Saunalandschaft "Die Insel" ging's los mit der Instandsetzung. Mit der Entkernung des Umkleide-Dusch-Trakts griff die Geschäftsführung einen verbreiteten Kritikpunkt der Besucher auf. Nachdem das "Kuschelwochenende" mit Thai-Massage glänzend eingeschlagen hat, ist eine separate Wellness-Ecke geplant: "Was wir auf diesem Gebiet zu bieten haben, reicht nicht mehr aus", hat Verkaufsleiterin Cornelia Girke erkannt, die neben Offerten für Familien mit Kindern verstärkt die Nähe zu den Golfplätzen Kirschweiler und Eisen in Verbindung mit Sauna und Erlebnisbad vermarktet. Dringend notwendig ist auch die Erneuerung des undichten Dachs der "Pyramide". Zwar entschied das Landgericht Bad Kreuznach im August, dass die Provinzial-Versicherung für den fünf Jahre alten Hagelschaden 2,17 Millionen Euro zahlen muss, aber die Assekuranzfirma hatte ankündigt, vors Oberlandesgericht zu ziehen. "Während der Reparatur müssen wir unser Bad für drei Monate schließen", sagt Baars. Für 2005 geht der Wirtschaftsprüfer mit einer Belegungsquote von knapp 60 Prozent aus, "die wir im nächsten Jahr deutlich steigern wollen". Allerdings hat er eingesehen, vorerst nicht ganz ohne Gruppen und Schulklassen auskommen zu können: "In der Haupturlaubszeit werden wir aber darauf verzichten, damit die Familien die Ruhe und Erholung finden, die sie im Hambachtal suchen." Nicht in dieses Konzept passe die Miss-Rheinland-Pfalz-Wahl, die Anfang November zum dritten Mal in Folge in der "Pyramide" stattfand: Aufwand und Nutzen klafften laut Unternehmensspitze auseinander. Mit Genugtuung würden Eigentümer und Banken registrieren, dass die neue Marketingstrategie, mit der auch massive Einsparungen einhergingen, Früchte trägt und "wir wieder Geld verdienen", berichtet der Geschäftsführer. Begeistert von Baars' und Girkes Ideen zeigt sich Birkenfelds Bürgermeister Manfred Dreier und begrüßt, "dass der Ferienpark mit beträchtlichen Mitteln auf den neuesten Stand gebracht wird", so dass er optimistisch in die Zukunft des wichtigsten touristischen Leistungsträgers im Kreis Birkenfeld blickt.

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