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Künstlerin Dagmar Kassner-Dingerdissen freut sich in Reils „Alter Schule“ auf Besucher.

Ausstellung : Begegnung von Mensch und Kunst

Künstlerin Dagmar Kassner-Dingerdissen hat sich von ihrem Atelier in Berlin verabschiedet und freut sich nun in Reils „Alter Schule“ auf Besucher.

Die Räume sind großzügig und lichtdurchflutet - optimal, um Werke von Dagmar Kassner-Dingerdissen zu präsentieren. Denn die Künstlerin setzt nicht nur auf Vielfalt – bei Themen und Motiven wie bei verwendeten Materialien und Techniken. Ihre Gemälde verlangen geradezu nach dem Wechsel von Licht und Schatten und einer Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln.

Reils „Alte Schule“ bietet dafür gute Voraussetzungen. Dank hoher Decken kommen dort, im neu eröffneten Atelier, auch größere Werke zur Geltung. Möglichst nah ran sollten Besucher hingegen bei Skulpturen und Fotografien. Darunter ein auf Leinwand gezogenes Akt-Foto und die „Dollarprinzessin“, eine Fotomontage.

Denn manches Detail erschließt sich nur bei genauerem Hinsehen, was entsprechend für aktuelle Collagen der Künstlerin gilt.

So lenken ihre „Spots 2020“ den Blick zwar auch in Richtung „Hotspots“ des Corona-Jahres. Doch sie leuchten eher ungewohnte Eindrücke und Perspektiven aus. Von Viren, die fröhlich tanzend ihre Freiheit genießen, bis zum „weiter geht´s“ im Sinne eines Neubeginns.

Jedes Bild regt zum Nachdenken an. Aber auf positive Art und Weise. „Ich möchte, dass meine Bilder weiten, dass sie froh und glücklich machen“, sagt Kassner-Dingerdissen. Außerdem wolle sie Mensch und Kunst zusammenbringen.

Mit dem neuen Atelier hat sie dafür den passenden „Ort der Begegnung“ gefunden. Kunst tue ja auch immer etwas – mit Betrachtern wie mit Künstlern, die sich so auch selbst kennenlernen könnten.

Sie persönlich fasziniert am künstlerischen Schaffen und am Experimentieren wie beispielsweise mit unterschiedlichen Pigmenten „dieses Loslassen und Festhalten“. Und das mache ihr einfach großen Spaß.

Von ihrem Atelier in Berlin hat sie sich „schweren Herzens losgerissen“. Das Leben dort sei vielseitig. „Es ist Swing drin“, meint sie rückblickend auf 20 Jahre in einer „Stadt im Umbruch“. Sie habe dort sehr viel ausgestellt und entsprechend viel gearbeitet.

Dabei fuhr sie Ende der 1990 Jahre eigentlich nur für eine einzelne Ausstellung nach Berlin. Ihre erste Galerie eröffnete sie 1998 in Kreuzberg, die zweite in Neukölln, gefolgt von Charlottenburg und Schlachtensee am Grunewald.