Künstlerisch weit gereist, daheim in Wittlich

Künstlerisch weit gereist, daheim in Wittlich

Ob David Bowie die Stadt Wittlich kannte, darf zumindest bezweifelt werden. Dennoch ist ein besonderes Porträt des kürzlich verstorbenen britischen Künstlers in der Zeitschrift Rolling Stone und auch auf der offiziellen Webseite des Sängers zu sehen. Geschaffen hat es die Wittlicherin Johanna Schrot, die derzeit in Hamburg ihren Master in Illustration macht.

Wittlich. Recht blass sieht er aus, der David Bowie, den Johanna Schrot geschaffen hat. Das lebensgroße schneeweiße Gesicht ist gestaltet aus Ton und verkleidet mit Papier, erzählt die Studentin, die derzeit ihren Master in Illustration macht.
"Das war eine Premiere und die ist gut gelaufen", sagt sie rückblickend über ihren Erfolg. Gefragt war im Rahmen eines Masterprojektes, Illustrationen als Jahresrückblick für die Zeitschrift Rolling Stone zu entwerfen. 70 Arbeiten seien abgegeben worden, erzählt die 29-Jährige. 15 davon wurden angenommen. Johanna Schrot selbst ist mit zwei Werken dabei. Neben einer Illustration zum Thema Superfood, kommt ihr Bowie-Porträt auf einer DinA4-Seite in einem großen Artikel rund um den Künstler, groß raus.

"Eine große Sache"

Johanna Schrot lebt in Hamburg, kommt aber immer wieder gerne nach Wittlich. Foto: privat. Foto: (m_wil )


Für die gebürtige Wittlicherin ist der Erfolg ihres Werkes ein großer Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. "Bisher habe ich nur private Aufträge übernommen", erzählt sie. Damit habe sie schon jetzt versucht, beruflich Fuß zu fassen. Doch das drei- dimensionale Bild in einer renommierten Zeitschrift ist für sie schon "eine große Sache".
Zur Illustration ist Johanna Schrot nicht direkt gekommen. Zuvor hatte sie noch Modedesign in Trier studiert. "Ich bin der Mode immer noch verbunden", sagt sie. Sie könne sich zum Beispiel vorstellen, auch mit Illustrationen für Modezeitschriften zu arbeiten.
Der Lebensmittelpunkt der Studentin ist derzeit Hamburg. Hier fühlt sie sich wohl und kann mit anderen Künstlern in einem gemeinsamen Atelier arbeiten. Ob die Hansestadt an der Elbe auch weiterhin ihr Zuhause sein wird, steht noch nicht fest. Johanna Schrot fühlt sich auch an anderen Orten in aller Welt wohl, wie sie sagt. "In Buenos Aires habe ich mit der argentinischen Künstlergruppe ,Doma' zusammen eine Ausstellung erarbeitet, die in Sao Paulo gezeigt wurde." Dabei empfand sie die Zusammenarbeit mit Menschen anderer Länder als sehr bereichernd. Auch, wenn es mitunter Sprachprobleme gab, ließ die gemeinsame Arbeit die Künstler näher zusammenrücken und baute Vorurteile ab. Eine weitere Wirkungsstätte der jungen Wittlicherin war Kuba. "Dort wurde ich engagiert, um dem Künstlerpaar LB aus der Schweiz bei dem Aufbau ihrer Kunstinstallation zu helfen, die im Rahmen der Havanna Biennale gezeigt wurde."
Neben Hamburg ist ihr darüber hinaus auch eine weitere deutsche Großstadt ans Herz gewachsen. "In Berlin habe ich für die Pictoplasma einen Comic Charakter genäht. Das ist eine große Comic Messe in Berlin. Auch Berlin, wo sie drei Jahre verbracht hat, gefällt ihr gut.
Doch neben den großen Städten schlägt ihr Herz immer noch für die Säubrennerstadt. "Wittlich ist meine Heimat", sagt sie. Hier komme sie immer wieder hin, um Kraft zu sammeln. Viele Erinnerungen verbindet sie mit der Stadt, aus der sie kommt. Sie genieße auch immer die Besuche bei ihrer großen Familie. Ihr Großvater ist Wittlichs Ehrenbürger Willi Schrot. Ihre Eltern haben ein Schmuckgeschäft in der Himmeroder Straße. Vor allem in der Weihnachtszeit komme sie gerne dort hin, um zu helfen.
Mehr Werke von Johanna Schrot unter
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