Kuh hat 150.000 Liter Milch gegeben: Ria ist die Nummer eins im Land

Kuh hat 150.000 Liter Milch gegeben: Ria ist die Nummer eins im Land

150.000 Liter Milch hat Ria seit 1999 gegeben – damit ist die Kuh von Rudolf und Christoph Manz aus Talling, was die Milchmenge angeht, Spitzenreiterin in Rheinland-Pfalz. Woran liegt’s? „Gute Gene, gutes Futter, und viel Kuhkomfort“, sagt Besitzer Rudolf Manz.

Ria ist die Sache nicht ganz geheuer. Sie verdreht die Augen und setzt nur langsam die Füße voreinander. Christoph Manz führt die 13 Jahre alte Kuhdame an einem Strick vor den Stall. Ria ist hochschwanger, in ein bis zwei Wochen kommt ihr elftes Kalb. Etwa 700 Kilo wiegt die trächtige Kuh, das Gehen auf dem schneebedeckten, rutschigen Boden fällt ihr nicht leicht.

Ria hat heute einen Fototermin. Während Christoph Manz die Kuh festhält, starrt die mit großen Augen auf die vielen Menschen, die vorm Stall stehen. Neben Ria steht Katharina Hohns, Geschäftsführerin der Züchtervereinigung Trier-Wittlich.

Sie ist nach Talling gekommen, weil Ria die Spitzenkuh des Jahres 2012 ist. 150.000 Liter hat sie seit ihrer Geburt vor 13 Jahren gegeben. Das hat vor ihr keine andere Kuh in Rheinland-Pfalz geschafft. Mit 150.000 Litern könnten 1780 Menschen bei einem durchschnittlichen Milchkonsum von 84 Litern ein Jahr lang mit Milch versorgt werden. Das entspricht ziemlich genau der Einwohnerzahl von Thalfang.

Nach dem Fototermin darf Kuh Ria wieder zurück in den Stall. Mit ihren 13 Jahren ist sie unter den 160 Milchkühen von Familie Manz bereits eine alte Dame. Rudolf und Christoph Manz erzählen derweil, warum die Kühe in ihrem Stall besonders viel Milch geben.

Neben Ria haben noch vier weitere Kühe in ihrem Leben über 100.000 Liter Milch gegeben. Viel liege in den Genen, sagt Rudolf Manz. "Die Anlage, viel Milch geben zu wollen, muss schon da sein", meint sein Sohn Christoph.

Ein zweiter wichtiger Punkt: Das richtige Futter. Regelmäßig wird getestet, ob die Futtermischung verändert werden muss.

"Und dann ist da natürlich der Kuhkomfort", sagt Rudolf Manz und lacht. Jede Kuh geht selbstständig zur Melkmaschine, die Tiere können sich danach in eine Liegebox zurückziehen, die weich ausgepolstert ist, außerdem gibt es eine Bürste, die sich automatisch bewegt, wenn eine Kuh sie mit dem Körper anstößt.

Lohnt dieser Aufwand bei schwankenden Milchpreisen überhaupt noch? "Tja, es geht auf und ab", sagt Rudolf Manz.

Betriebswirtschaftlich rentiere sich der Komfort für die Tiere durchaus, auch wenn viele Kosten, wie die für das Viehfutter und die Energie, teurer geworden seien. Denn: "Wenn sich die Kühe richtig wohl fühlen, geben sie auch mehr Milch."
Extra

Der Landeskontrollverband (LKV) Rheinland-Pfalz prüft als unabhängige Organisation unter anderem die Milchleistung von Kühen und die Qualität der Milch. Dem LKV sind 1600 Mitgliedsbetriebe mit 100.000 Milchkühen angeschlossen. Die Betriebe lassen elfmal jährlich die Milch ihrer Kühe testen. So erfahren sie, wie es den Tieren geht und ob es bei der Fütterung etwas zu verbessern gibt.

In Rheinland-Pfalz gab es am Stichtag 30. September 2012 insgesamt 2340 Milchbetriebe (Vorjahr: 2467). Sie hatten 117.080 Kühe (2011: 118.187), das sind pro Betrieb durchschnittlich 50 (2011: 47).
Die Kühe, deren Milch vom Landeskontrollverband Rheinland-Pfalz regelmäßig getestet wird, waren durchschnittlich 4,8 Jahre alt und gaben 7882 Liter Milch pro Jahr.