Kultana in Morbach: Von der grünen Wiese ins Gewächshaus

Kultana in Morbach: Von der grünen Wiese ins Gewächshaus

Die Vereine Blue Note und Kunst im Gewächshaus ziehen ein gemischtes Fazit ihrer ersten gemeinsamen Veranstaltung Kultana. Eine Gruppe sei zahlenmäßig niedrig vertreten gewesen.

Wohl dem Veranstalter, der ein Open-air-Konzert veranstaltet und bei schlechtem Wetter in ein festes Gebäude ausweichen kann. So geschehen bei der Erstauflage von Kultana, dem zweitägigen gemeinsamen Festival des Idar-Obersteiner Vereins Blue Note und dem Morbacher Verein Kunst im Gewächshaus in der Morbacher Gärtnerei Berg. Und statt unter blauem Himmel haben vier Musikgruppen so unter dem orangenen Sonnenschutz des Gewächshauses gespielt.

Für zwei davon ist es eine Premiere gewesen. "Wir spielen das erste Mal zwischen Yucca-Palmen, Ficus Benjamini und fast reifen Tomaten", sagte der Moderator und Dirigent der Bigband More than Swing, Marco Schmitz, die am Sonntagvormittag bei inzwischen scheinender Sonne "im wohltemperierten Gewächshaus" mehr als zwei Stunden für Unterhaltung gesorgt hat.

Und auch für die neu formierte Gypsy Punk Gruppe Pink Parte war der Auftritt am Samstag in einem Gewächshaus eine Premiere. Dieses Trio hatte das Publikum in grandiose Stimmung versetzt: 130 Zuschauer haben zu den Liedern in rumänischer, französischer, portugiesischer und deutscher Sprache mitgegroovt und mitgetanzt, was sich bei der darauffolgenden Blues Band Jim Dandies fortgesetzt hat. Vorher hatten Rainer Furch und Madeleine Giese in musikalischer Begleitung von Albert Koch ausführlich den deutschen Dichter und Humoristen Joachim Ringelnatz gewürdigt, und trotz widriger Wetterverhältnisse hatten sich am Nachmittag mehrere Interessierte unter der Führung von Rainer Scriba auf den Weg gemacht, um bei einer vom Freundeskreis des Nationalparks Hunsrück initiierten geführten Wanderung das faszinierende Ökosystem der Hunsrücker Moore kennen zu lernen.

Doch wie zufrieden waren Veranstalter und Gäste mit der Erstauflage des Festivals Kultana, eine Abkürzung für Kultur am Nationalpark? Den Besuchern hat es offensichtlich gefallen. Lang anhaltender Applaus nach allen Auftritten, zahlreiche Zugaben und begeisterte Einträge im Gästebuch des Veranstalters wie "Ein so vielfältiges Programm und ein wunderschöner Ort mit viel Atmosphäre und Flair - einfach toll" legen darüber Zeugnis ab.

Die Veranstalter ziehen hingegen ein gemischtes Resümee. Auf der einen Seite ist die laut Heiner Berg von Kunst im Gewächshaus gute Stimmung der Besucher, die laut Dieter Hochreuther von Blue Note bei dem vielen Regen in größerer Anzahl kamen als erwartet. Auf der anderen Seite haben überwiegend Interessierte aus dem Birkenfelder Raum die Veranstaltung Kultana besucht. Gerade am Sonntagmorgen haben sich nur wenige Morbacher unter die 80 Besucher gemischt, obwohl zwei Musiker aus der Einheitsgemeinde in den Reihen der Bigband mitgewirkt haben.
Die möglichen Gründe dafür wollen die Organisatoren intern aufarbeiten. Doch wolle man im kommenden Jahr mit Kultana voraussichtlich einen erneuten Anlauf wagen, sagen Berg und Hochreuther.

Mehr von Volksfreund