"Kulturroute" wartet mit Synagogen und Sarkophagen auf

"Kulturroute" wartet mit Synagogen und Sarkophagen auf

Tafeln mit mehrsprachigen Texten werden demnächst nicht nur Urlauber durch Piesport geleiten. Die "Kulturroute" des Dorfes kann dabei auch Einheimische begeistern.

Piesport. (urs) Mancher Urlauber möchte ein wenig mehr erfahren über seinen Aufenthaltsort und dessen Geschichte, weiß Claus Dürrmann, Verkehrsamtsleiter der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron. Viele kauften sich sogar eine Chronik ihres Urlaubsortes, um zu Hause tiefer eintauchen zu können. Dürrmann: "Es gehört heute einfach dazu, dass die Leute etwas miterleben wollen von ihrem Urlaubsort." Die Urlauber sowie Spaziergänger, die gemächlich durch den Ort bummeln wollen, und Kulturinteressierte sind die Hauptzielgruppe des Piesporter Rundwegs "Kulturroute".

Eine der Stationen dieses Rundweges ist laut Ortsbürgermeister Karl Heinz Knodt die Müsterter Kapelle. Unmittelbar an der gleichnamigen Moselbrücke lädt sie mit den in ihrem Garten stehenden römischen Sarkophagen zu einem Abstecher in die Geschichte ein. Auch für Einheimische dürften die Exkursionen zu den Standorten der früheren Piesporter Synagogen aufschlussreich sein. An das jüdische Gotteshaus am Römerbrunnen im Ortsteil Niederemmel können sich ältere Menschen noch erinnern - dass es aber auch in Müstert eine Synagoge gab, von der heute nichts mehr erhalten ist, wissen nur noch wenige

Daneben gibt es weitere Stationen, über deren Geschichte große Tafeln informieren werden: die Pfarrkirchen St. Michael und St. Martin, der römische Meilenstein und der Römerbrunnen, der Moselloreleyfelsen im Ortsteil Reinsport und der Klausenhof, eine beliebte "Theaterbühne" hinter dem Bürgerhaus. Außerdem werden entlang der Route seit Jahrhunderten überlieferte Geschichten erzählt. Der Ortsteil Ferres soll später ebenfalls eingebunden werden.

Neben den etwa 80 mal 100 Zentimeter großen Tafeln mit mehrsprachigen Texten sind auch kleinere Schilder an markanten Punkten oder Gebäuden vorgesehen. Allerdings sollen diese laut Dürrmann erst 2011 in Auftrag gegeben werden. Die Kosten für die großen Tafeln, die demnächst montiert werden sollen, beziffert er auf 5000 Euro. Die Texte dafür hätten zwei Piesporter verfasst: Pfarrer Matthias Biegel und Josef Schemer, Autor des Werkes "Weinort Piesport".

Ergänzt wird die Kulturroute durch existierende und beschilderte Stationen wie die Kelteranlage und durch Tafeln am Panoramaweg von Minheim Richtung Klausen. Außerdem ermuntert eine Exkursion möglicherweise zur Erkundung des vor drei Jahren eingeweihten Römersteiges. Der mit Mitteln der Europäischen Union realisierte Steig verbindet sehenswerte Punkte von Trittenheim, Neumagen-Dhron, Piesport und Minheim.

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