Kunst ganz nah an der Natur

"Et lux fiebat" - Und es ward Licht". Unter diesem Titel hatte die Akademie Kues zur Vernissage geladen, und mehr als 100 Besucher erfreuten sich an einem Ausschnitt aus dem Gesamtwerk des Künstlers Bert Dörr.

Bernkastel-Kues. (red) "Bert Dörr kam während des Krieges an die Mosel nach Bernkastel-Kues. In eine Gegend, die wenig Liebe zur Kunst offenbarte. Es war daher für Dörr nicht einfach, seine Kunst breiten Schichten der Bevölkerung zu vermitteln, aber er hat es unermüdlich versucht und ließ keine Gelegenheit aus", erläuterte Stadtbürgermeister Wolfgang Port.

Die Kulturpolitik der französischen Besatzung trieb in der Nachkriegszeit die Förderung der Künstler voran, sah sie doch in der bildenden Kunst ein Vehikel, französisches Gedankengut in die deutsche Bevölkerung hineinzutragen. Dörrs Hinwendung zur abstrakten Kunst ist aus diesem Blickwinkel zu sehen. Sie war soviel wie ein absoluter Neuanfang, ein Versuch, aus der Spirale der Geschichte und der Kunst der Region auszubrechen. Der Betrachter ist eingeladen, zu reisen, jedoch weiß er vorab nicht, wohin. Dörrs Kunst verlangt nach einem aktiven Betrachter. Sie definiert nicht, sie inspiriert. Sie will die Augen für ein Licht öffnen, Seele und Geist zum Klingen bringen.

Die Kunst des Bert Dörr ist zumeist ganz nahe an der Natur. Thematisch durchreist er den ganzen Kosmos, von den maritimen Tiefen bis ins Sonnensystem, immer auf der Suche nach dem Durchblick, der Erkenntnis. Er setzt eine vielfältige Art des Sehens und Darstellens frei, zeigt ein äußerst variables Spiel ästhetischer Möglichkeiten.

Die Ausstellung ist ein Baustein des Projekts, den Künstler und sein Schaffen lebendig werden zu lassen. "Seine Arbeiten verweisen auf eine unendlich reiche Vielfalt des Lebens", sagte Hubert Portz, Leiter der Kunstgalerie Désirée aus Hochstadt (Pfalz) in seiner Einführung. Portz hat sich dem Leben und Werk Bert Dörrs gewidmet und das Buch "So wächst alles aus einem hervor" veröffentlicht.

Die Vernissage wurde von Klavierkompositionen von Johannes Maria Dietz untermalt. Die Ausstellung ist bis zum 22. Januar 2010 geöffnet.