Kunst in vielerlei Facetten

Die Stadt Bernkastel-Kues wird zur Kunst-Metropole. 45 Künstlerinnen stellen ihre Werke in Geschäften und Lokalen aus. Damit bekommen die Schaufenster eine zusätzliche Bedeutung.

Bernkastel-Kues. Eine neue Gestaltung der Schaufenster und der Innenräume gehört für viele Geschäfte zum Alltag: zum Beispiel, weil sich die Mode ändert. Was sich in dieser Hinsicht derzeit in vielen Geschäften und einigen Lokalen in Bernkastel-Kues abspielt, ist aber ungewöhnlich. Gleich 45 Betriebe stehen auf der Liste von Schauwerbe-Gestalterin Tina Rümmler aus Trier. Bis zum 19. März muss sie mit ihrer Arbeit fertig sein. Dann ist die Eröffnungsveranstaltung des von der Entwicklungsagentur initiierten Projektes "Stadtgalerie Bernkastel-Kues". 45 Künstlerinnen und Künstler werden bis Ende Juli ihre Werke zwischen den Waren des jeweiligen Geschäftes präsentieren beziehungsweise die Räume von Lokalen aufpeppen. Wie mehrfach berichtet, ist das Projekt auf große Resonanz gestoßen. 65 Künstlerinnen und Künstler aus Nah und Fern bewarben sich. Nicht alle können Platz finden. "Es ist gut, das Medium Schaufenster hervorzuheben", sagt Tina Rümmler. "Es bewegt sich was, die Leute sind bereit dafür. Beide Parteien sehen den Nutzen", lobt sie ihre Partner. Rümmlers Aufgabe ist es, die Anliegen der Geschäftsinhaber und der Künstler zu koordinieren beziehungsweise Ratschläge für die beste Dekoration zu geben. Natürlich packt sie auch tatkräftig mit an. Im Bernkast'ler Fenster, einem Zusammenschluss verschiedener Geschäftsleute, sind die Lieserer Künstlerin Mana Binz und ihre Mitarbeiterin Sybille Klas damit beschäftigt, die beiden Schaufenster mit Glaskunst zu dekorieren. Glasfenster mit Öffnungen laden zum besonderen Blick von außen, aber auch von innen ein. "Peepshow" nennt sie das. Außerdem stehen im Schaufenster vier hohe Stelen — langbeinige weibliche Wesen. Der Name dieser Installation: Kaufen. Mana Binz spricht im Zusammenhang mit dem Projekt von einer "fantastischen Aktion". Begeistert ist sie vor allem dar über, dass sich 45 Betriebe beteiligen. Im Modehaus Hees (Damengeschäft) werkelt derweil Editha Pröbstle aus Koblenz-Ehrenbreitstein. Ihr Werkstoff ist Holz. Die Holzschnitte, die sie dabei hat, sind leicht aufzuhängen. Etwas anders sieht es mit den sogenannten Klappraden aus, auf die sie ein Patent besitzt. Es handelt sich um bewegliche Farbholzschnitt-Objekte. Skurille Figuren, die zusammengesteckt werden müssen, was nicht immer einfach ist. Das Motto der Klappraden: Die Mauer im Kopf muss fallen."Es ist wichtig, dass die Kunst zu den Menschen kommt", sagt Pröbstle, "die Leute bekommen einen anderen Blick dafür." Pröbstle stammt vom Bodensee. Wasser ist für sie wichtig. "Deswegen liebe ich die Mosel über alles", erzählt sie. Die Eröffnungsveranstaltung ist am Mittwoch, 19. März, ab 16 Uhr im "Bernkast'ler Fenster". Die an der Aktion beteiligten Geschäfte haben an diesem Tag bis 20 Uhr geöffnet.