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Kurzarbeit im Wittlicher St-Elisabeth-Krankenhaus

ab 1. Mai : Kurzarbeit im Wittlicher St-Elisabeth-Krankenhaus

Das Verbundklinikum Bernkastel/Wittlich führt ab 1. Mai Kurzarbeit im geringen Umfang ein.

Nach eingehender Abwägung der aktuellen Situation und in enger Abstimmung mit der Mitarbeitervertretung (MAV) hat sich das Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich entschlossen, für einige Mitarbeiter aus patientenfernen, administrativen Arbeitsbereichen ab Mai 2020 Kurzarbeit zu beantragen. Dabei wird die Klinik das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent des Nettogehalts aufstocken.

Während Ärzte, Therapeuten und Pflegende im Rahmen der Corona-Krise mit Hochdruck die notwendigen Vorbereitung auf eine schwere Erkrankungswelle umsetzten, ging die Arbeit in manchen administrativen Bereichen, wie beispielsweise dem Wirtschafts- und Versorgungsdienst, in Teilen der Verwaltung oder auch dem Schreibdienst analog zu den Patientenzahlen zurück. So wurden hier bereits im April alternative Maßnahmen, wie ein Abbau von Überstunden und Urlaub sowie ein gezielter Aufbau von Minusstunden eingesetzt. In der vergangenen Woche führte die Klinikleitung, begleitet durch Mitglieder der MAV, mit den Mitarbeitern betroffener Abteilungen Gespräche, um gemeinsame Lösungsmodelle zu entwickeln. „Wir bedauern sehr, diesen Schritt in der aktuellen Situation tun zu müssen", betont Ulrike Schnell, kaufmännische Direktorin der Klinik und verspricht, „alles daranzusetzen, sobald wie möglich wieder den Rückzug von der Kurzarbeit einleiten zu können. Um die Lohneinbußen für die betroffenen Mitarbeiter zu minimieren, stocken wir das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent ihres Nettogehaltes auf.“

In Umsetzung der Vorgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hatte die Klinik seit Mitte März alle planbaren, elektiven Eingriffe verschoben. Im Eiltempo wurde unter anderem die Intensivstation umgebaut, um weitere Intensiv- und Beatmungsplätze zu schaffen. Um erweiterte Isolationsbereiche zu ermöglichen, wurden andere Stationen zusammengelegt. Eine in der Bevölkerung spürbare Unsicherheit führte zu zusätzlichen Belegungsrückgängen. Die entgehenden Erlöse einerseits und die zusätzlich erbrachten Aufwendungen andererseits (zum Beispiel Aufstockung von Intensivbetten, Isolationsbereichen, spezialisierte Medizintechnik, Schutzausrüstungen), stellen trotz Krankenhaus-Rettungsschirm eine große Herausforderung für die Klinik dar. „Wie die genauen gesetzlichen Vorgaben für den Monat Mai aussehen, ist derzeit noch unklar. Auch bei einer teilweisen Erhöhung der Belegung, werden weiterhin Intensivbetten freigehalten werden müssen", so Schnell. „Eine Rückkehr zum Normalbetrieb ist für uns in der nächsten Zeit leider noch nicht planbar“.