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Musik
Lachen, weinen und Gospels singen

 Das Wochenende in Hetzerath mit Kirk Smith werden die Teilnehmer so schnell nicht vergessen.
Das Wochenende in Hetzerath mit Kirk Smith werden die Teilnehmer so schnell nicht vergessen. FOTO: Sandra Blass-Naisar
Hetzerath. Ein Workshop mit Kirk Smith begeistert in Hetzerath die Teilnehmer. Der Sänger lässt sie auch an seinem Glauben und seinen Lebenserfahrungen teilhaben. Von Sandra Blass-Naisar

„Hey Leute“, sagt Kirk Smith in lässig entspannt breitem Chicago-Deutsch, „ihr müsst wissen, dass Gospel nicht der Sound ist. Er ist die Botschaft, die gute Botschaft. Gospel erzählt von Gott, erzählt vom Glauben, von der Liebe und von der Freude am Glauben. Es ist nicht wichtig, was du tust, sondern warum du es tust!“ Mit dieser Aussage war den 60 Sängern des Gospelchores Crossover aus Hetzerath klar, dass ihr zweitägiger Workshop mit dem in Berlin lebenden US-Amerikaner mehr als nur das Einstudieren von Songs für das große Konzert in der Pfarrkirche von Sehlem werden würde.

Er ist ein Menschenfischer, dieser Kirk, ein Charismatiker, Prediger und ein Energiebündel. Wenn er singt, geht das unter die Haut. Dann versteht man, dass er zu den besten Soul- und Gospelstimmen in Deutschland zählt und dass er vor sechs Jahren schon nach wenigen Sekunden die Jurymitglieder von „The Voice of Germany“ von den Stühlen riss. Und wenn er – was für viele beim Workshop zu den emotionalsten Momenten an diesem Wochenende gehört – aus seinem Leben erzählt, das ihn als amerikanischen Soldaten nach Berlin bringt, der Liebe wegen dort bleiben lässt und ihn als Geschäftsführer einer großen Diskothek jäh und heftig mit den dunklen Seiten der Stadt und des Lebens konfrontiert, dann hängen alle an den Lippen des fünffachen Vaters. Da wird zusammen gelacht und geweint. Die Songs, die Kirk Smith mit „seinem Hetzerather Chor“ einstudiert, erzählen von seinen Lebens- und Glaubenserfahrungen: „Grateful“, „Leaning on everlasting arms“, „Take your burdens to Jesus“, „We’re gonna make it“.

„Das Wochenende mit Kirk hallt nach“, sagt Hilde Blasius aus Trier, die sich als Gastsängerin zum Workshop angemeldet hatte, weil eine Freundin „so begeistert“ im Crossover Chor von Johanna Frisch singt. „Sich so intensiv mit Musik und Gospel auseinanderzusetzen, war wunderschön. Eine Wohltat für die Seele. Bewegend, ergreifend und lange unvergesslich.“ Es sei zwar auch sehr anstrengend gewesen, berichtet Andrea Lorenz, aber es habe sich gelohnt. „Bei mir wurde ganz viel positive Energie freigesetzt. Durch das Singen konnte ich so viel loslassen.“ Auch das Miteinander habe sie genossen, weil es so locker und ungezwungen war.

„Ich denke“, resümiert Gaby Dupont nach dem Konzert in der voll besetzten Sehlemer Pfarrkirche, „das Publikum hat gespürt, dass jeder von uns mit ganzem Herzen bei der Sache war. Und dass wir umgesetzt haben, was Kirk uns mit auf den Weg gegeben hat: Es ist nicht so wichtig, was Du tust, sondern warum Du es tust.“

Übrigens: Am Samstag, 11. Mai, 21 Uhr, singt Kirk Smith Gospel und Lobpreis im Abendlob während der Heilig Rock Tage im Trierer Dom.