Lagerromantik und Leistungstest

Stadtrallye, Lieder am Lagerfeuer und die Taufe derer, die das erste Mal dabei sind - all das gehört genauso zum Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr wie die Vorbereitung auf Feuerwehrprüfungen.

Wittlich-Wengerohr. Die Jugendfeuerwehr Niederemmel hat den Dreh raus. Statt mit der gesamten Gruppe in der Warteschlange vor der Essensausgabe zu stehen, stellen sich zwei oder drei junge Floriansjünger von der Mosel an. Das Abendessen für die gesamte Gruppe, Brot und Butter, Wurst und Käse, Kiwis und Gurken, wird in einer großen schwarzen Tonne zum Lagerplatz geschafft. Dann wird gemeinsam am großen Tisch im Vorzelt gegessen. Wieso sollen alle in der Schlange stehen?
360 Kinder, Jugendliche und ihre Betreuer campieren seit vergangenem Sonntag bis morgen auf einer Wiese neben dem Wengerohrer Sportplatz. "Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten Kreisgebiet, von Thalfang bis Manderscheid und von Neumagen-Dhron bis Traben-Trarbach", erzählt Patrick Rensch. Der Kreisjugendfeuerwehrwart hat die Ferienfreizeit der Jugendfeuerwehren, die nur alle zwei Jahre, diesmal bereits zum 16. Mal, stattfindet, mit seinem Team in den vergangenen Monaten akribisch vorbereitet. Die Jugendlichen erleben nicht nur viel rund ums Thema Feuerwehr. Lagerolympiade, Stadtrallye und der Besuch des Wittlicher Open-Air-Kinos stehen unter anderem ebenso auf dem Programm wie Exkursionen zu Dr. Oetker, zur Wengerohrer Bereitschaftspolizei und zur Kläranlage.
Den Zusammenhalt stärken


Natürlich kommt auch die Zeltlagerromantik nicht zu kurz: Rund um eine große Wiese, fast so groß wie ein Fußballfeld, stehen die weißen Zelte. Dazwischen spielen Kinder Fußball, während an den Spannseilen die Handtücher vom letzten Schwimmbadbesuch zum Trocknen im Wind hängen. In der Mitte des Platzes brennt ein Lagerfeuer. An Masten flattern die Fahnen der vergangenen Kreisjugendfeuerwehrzeltlager. Die vom aktuellen wird wieder gemeinsam von den einzelnen Jugendfeuerwehren gemalt.
Wichtig ist dem Feuerwehrnachwuchs das Training für die Prüfungen zur Jugendflamme oder zur Leistungsspange, der höchsten Auszeichnung der Jugendfeuerwehr. "Man kann sich hier gut weiterentwickeln. Es macht sehr viel Spaß", sagt Mirco Schell aus Irmenach. Der 16-Jährige ist bereits das zweite Mal dabei.
Seine Lagertaufe über sich ergehen lassen musste dagegen Constantin Zimmer. "Den Leuten, die das erste Mal dabei sind, wird ein Streich gespielt, an den sie sich noch lange erinnern werden", erzählt der Jugendfeuerwehrmann aus Niederemmel. Der 15-Jährige hat Haare lassen müssen.
Dass man allein durch das Zeltlager neuen Nachwuchs für die freiwilligen Feuerwehren gewinnen kann, glaubt Patrick Rensch nicht. "Für die Nachwuchsgewinnung ist es bestimmt von Vorteil", sagt er. Aber wichtiger sei anderes: "Wir wollen die Jugendlichen aus dem ganzen Kreis zusammen haben, damit der Zusammenhalt zwischen den Mannschaften besser wird."

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