Lampen werden zu Zankäpfeln
Zwei Niederscheidweilerer sind mit den Anliegerbeiträgen, die sie zahlen sollen, gar nicht einverstanden. Sie sind dabei, Einwohneranträge gegen die Erneuerung von Bürgersteig und Lampen zu initiieren.
Niederscheidweiler. Axel Burdt und Holger Knippschild haben erst vor wenigen Jahren ihr Haus im 280 Einwohner zählenden Niederscheidweiler an der Hauptstraße gekauft. Burdt wurde - nach eigener Aussage - von der Ortsbürgermeisterin und den VG-Werken versichert, dass keine Ausbaumaßnahmen geplant und die Versorgungseinrichtungen in einwandfreiem Zustand seien.Rund 10 000 Euro kosten die Erneuerungen
Daraufhin habe er sich für die Immobilie entschieden, sagt Burdt. Doch zwei Jahre nach dem Hauskauf flatterte ihm die erste Rechnung der VG-Werke für Baumaßnahmen ins Haus. Insgesamt rechnet Burdt nun mit Kosten um die 10 000 Euro für die Erneuerung von Abwasserkanal und Wasserleitung, zusätzlich zu einem neuen Bürgersteig und neuen Lampen. Als Selbstständiger kämpft er ums berufliche Überleben und sagt: "Diese Kosten sind für mich existenzgefährdend."Da es für Knippschild ähnlich aussieht, haben er und Burdt sich zusammengetan.Unnötig sind ihrer Meinung nach der neue Bürgersteig und die neuen Lampen. Nachdem schriftliche Anfragen und ein Treffen mit Vertretern der Verwaltung und des Bau-Büros nicht weiterhalfen, wollen die beiden nun versuchen, die Neuerungen mit Einwohneranträgen zu verhindern. Ihre Argumente: Der Bürgersteig befindet sich in einem guten Zustand. Auch wenn er für die Kanal-Arbeiten an vielen Stellen geöffnet werden muss, können die VG-Werke, die nur für Reparaturen zahlen müssen, die Kosten nicht auf die Anlieger abwälzen, indem sie das Teil ganz neu machen. Auch die Lampen sind laut den Kritikern in gutem Zustand. Die neuen Lampen, die in einer Hälfte der Dorfstraße schon stehen, seien weniger lichtstark und hätten einen höheren Verbrauch. Kontraproduktiv in Zeiten knapper Energie.Dass Burdt und Knippschild die für die Einwohneranträge nötigen fünf Prozent der Einwohner-Unterschriften - nach ihren Berechnungen 15 Stück - zusammenbekommen, bezweifeln sie nicht. Burdt: "Die etwa 15 Anwohner, mit denen wir geredet haben, sind gegen die Maßnahmen."Lässt der Gemeinderat die Anträge zu, muss er innerhalb von drei Monaten über den Inhalt entscheiden. Unabhängig von den Einwohneranträgen will Ortsbürgermeisterin Ingeborg Sliwka bereits in der nächsten Sitzung die Bedenken der beiden Bürger im Rat zur Sprache bringen. Doch sieht sie die Sache skeptisch.Gleichbehandlung der Bürger im Dorf ist nötig
Sie verweist darauf, dass sie selbst den einstimmigen Ratsbeschluss, laut dem Bürgersteig und Lampen parallel zu den Kanalarbeiten zu erneuern sind, vertreten müsse. Außerdem sagt sie: "Die Gleichbehandlung der Bürger im Dorf ist nötig. Seit zwölf Jahren haben wir - wie hier auch - immer die preiswerteste und vernünftigste Lösung für die Straßen gesucht. Das soll eine Generation lang halten."VG-Bürgermeister Wolfgang Schmitz sieht den Einwohneranträgen gelassen entgegen. Mittlerweile gebe es bei jeder Tiefbaumaßnahme laute Kritiker, sagt er. Man müsse schauen, ob die Anträge überhaupt zugelassen würden. Sliwka und Schmitz wehren sich ansonsten vehement gegen den Vorwurf, sie hätten im Vorfeld zugesagt, dass es in naher Zukunft keine beitragspflichtigen Maßnahmen gebe. Sliwka sagt, sie verweise bei solchen Fragen immer auf die Verwaltung. Schmitz sagt, die Verwaltung würde nur Aussagen zum Ist-Zustand, nicht aber zur Zukunft machen, das könne sie gar nicht.Auch Burdts weitergehende Kritik, dass die Kanalerneuerung nur nötig sei, weil die Wartung in der Vergangenheit nicht wie vorgeschrieben erfolgt sei, wischt Schmitz vom Tisch: "Das lief alles ordnungsgemäß."