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Landesgartenschau Rheinland-Pfalz: Mosel bewirbt sich

Kommunales : Das Konzept für die Landesgartenschau an der Mosel steht

Die Mittelmosel will 2027 Austragungsort werden, Flächen in Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues sind dafür vorgesehen – aber das ist noch längst nicht alles.

Bis zum 15. Oktober können Bewerber ihre Unterlagen für die Landesgartenschau 2026 bei der Mainzer Landesregierung einreichen – und das haben vier Kommunen der Mittelmosel nun rechtzeitig gemacht. Auch wenn die Landesgartenschau 2026 auf 2027 verschoben wurde, gilt nach wie vor die Bewerbungsfrist. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt hat den Aufschub festgesetzt, da wegen der Corona-Krise nicht garantiert werden kann, dass notwendige Baumaßnahmen für die Schau rechtzeitig abgeschlossen werden können.

Die Städte Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und die gleichnamigen Verbandsgemeinden haben ihren Hut in den Ring geworfen und bewerben sich gemeinsam als Austragungsort für die Schau, die vom Land Rheinland-Pfalz mit vielen Millionen Fördergeld subventioniert wird. Die Konkurrenz ist zahlreich, denn es bewerben sich außerdem Bitburg, Mainz, Bendorf, Neustadt an der Weinstraße und Speyer  für die Schau.

Nach intensivem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern in mehreren Workshops, an denen auch Verbände und Initiativen teilnehmen konnten, steht nun fest, wie eine Landesgartenschau an der Mittelmosel aussehen könnte: „Wir haben eine besondere Verantwortung gegenüber der Naturlandschaft,” sagt Christoph Heckel vom Projektbüro BGH-Plan in Trier, das das Konzept ausgearbeitet und in der jüngsten Sitzung des Rates der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues in Piesport vorgestellt hat.

Auch kleine Kommunen könnten sich bewerben, denn es gehe bei den Landesgartenschauen mittlerweile auch um größere Flächen und nicht um einzelne Konversionsprojekte, wie es zum Beispiel 2004 in Trier der Fall war.
„25 Millionen Euro Förderung soll man nicht an der Region vorbeigehen lassen,” sagt Projektleiter Christoph Heckel.

Was ist nun konkret geplant? Es sollen zwei Kernzonen ausgewiesen werden, für deren Besuch Eintritt (übrigens mit 50 Cent CO2-Abgabe) verlangt wird: Das Kueser Plateau in Bernkastel-Kues und der Mont Royal inTraben-Trarbach. Auf dem Plateau soll unter anderem der Bereich am Hofgut weiter entwickelt werden – insgesamt stehen hier acht Hektar Fläche zur Verfügung. Der Mont Royal in Traben-Trarbach soll touristisch stärker in Wert gesetzt werden, ein Shuttle-Bus soll beide Gelände verbinden. Aber das ist noch lange nicht alles.

In Bernkastel soll die Ufergstaltung überarbeitet werden und ein Elektroauto-Parkhaus entstehen, in Traben-Trarbach sollen Straßenzüge aufgewertet werden. 

Auch in kleineren Gemeinden sind Maßnahmen geplant. So sollen in Bausendorf, Irmenach, Mülheim und Traben-Trarbach energetische Quartierskonzepte entstehen, die die CO2-Emmissionen senken sollen.  Die Nussbaumallee in Brauneberg soll in Wert gesetzt werden und die Weinlage Wolfer Goldgrube soll als naturnaher Musterweinberg entwickelt werden.

Ganz im Zeichen des Umweltschutzes stehen auch neue Infrastrukturprojekte. So soll ein Radwegekonzept ausgestaltet werden, das Eifel, Hunsrück und Mosel besser verbinden soll.

Ebenfalls neu ist die Idee eines Wassertaxis über die Mosel. Diese Wasserschiffe, die möglicherweise mit Solarenergie CO2-neutral betrieben werden, könnten Orte an der gesamten Mittelmosel besser miteinander verbinden.

Sollte die Landesgartenschau 2027 realisiert werden, sei mit rund 800 000 Besuchern zu rechnen.