Landesstraße 141 zwischen Sehlem und Salmtal noch bis 2018 unterbrochen

Landesstraße 141 zwischen Sehlem und Salmtal noch bis 2018 unterbrochen

In Kürze beginnen auf der viel befahrenen Straße die Sanierungsarbeiten zwischen Sehlem und Salmtal (Kreis Bernkastel-Wittlich). Aber es gibt auch gute Nachrichten von der Bahnüberführung. Den die soll bald fertig sein.

Die L 141 ist für Anlieger die wichtigste Verbindung zwischen Wittlich und Schweich. Doch die Strecke gilt als Sanierungsfall. Seit 2016 laufen dort unter Federführung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) die Bauarbeiten - und die werden zur Geduldsprobe für die Anrainer. Betroffen sind insbesondere Salmrohr, Sehlem, Hetzerath und etwas abseits der Route Esch, Rivenich und Dreis.

Rund 4500 Fahrzeuge, davon mehr als 300 Lastwagen, nutzen täglich die Strecke. Und das ist kein Durchgangsverkehr, denn über die fast parallel verlaufende A 1 geht es schneller. Wer auf der L 141 fährt, will mit dem Auto oder Laster zu seiner Wohnung oder Firma, muss liefern oder laden.

Seit 2016 ist die Strecke nur noch in Teilabschnitten offen. Zunächst war die Route im südlichen Abschnitt vom Sehlemer Kreisel in Richtung Hetzerath/Trier dicht. Dieser erste Bauabschnitt ist abgeschlossen. Doch weiter kommt man von dort in Hauptrichtung Wittlich nicht. Wegen der Brückenbaustelle über die Bahn bei Salmtal ist die Strecke nur bis zur "Sehlemer Wurstbude" frei. Ein vorläufiges Zugeständnis an den Betreiber Lothar Lorig, das jedoch nicht von Dauer sein wird.

In Kürze soll zwischen dem Kreisel L 141/L 50 in Salmrohr und der Einmündung L 47/L 141 bei Sehlem der dritte, rund 3,9 Kilometer lange Sanierungsabschnitt beginnen. Die Arbeiten sind auf rund achteinhalb Monate veranschlagt. Die neue Eisenbahnüberführung wird im November dieses Jahres fertiggestellt sein.

Lothar Lorig hatte bis Juni 2016 eine gut gehende Imbissgastronomie direkt an der L 141 in idealer Lage: Der Autobahnanschluss Wittlich-West liegt nur wenige Kilometer entfernt, erhaltene Reste der alten Landesstraße bieten vor dem Anwesen große Stellflächen für schwere Laster, deren Fahrer zu Lorigs wichtigsten Stammkunden in der "Sehlemer Wurstbude" zählten. Doch seit der Brückenbausperrung in Salmtal sind die LKW verschwunden und fahren auf der A 1 vorbei.

Noch weist ein Zusatzschild an den Absperrbaken am Ortsausgang Sehlem auf "Freie Durchfahrt bis zur Wurstbude" hin. Aber dahin kommen nur einige Stammgäste, die "mir die Stange halten", wie Lorig sagt. Den Umsatzeinbruch nennt er eine "gewaltige Katastrophe". Dazu kommt die angekündigte Vollsperrung vor seiner "Wurstbude". Lorig: "Das ist eine harte Zeit, ich akzeptiere alles. Aber Ende März sollten die Arbeiten hier losgehen. Doch vom Landesbetrieb kommen keine Informationen."

Wenn er wenigstens einen Zeitplan hätte, wann er vorübergehend zumachen müsse. "Dann könnte ich Betriebsferien ansetzen und meine Leute auf Zeit zum Stempeln schicken. Aber wann soll das sein? Ich weiß nichts," sagt der Gastronom. Das sei ein Tanz auf dem Drahtseil, sagt er und fügt hinzu: "Ich bin auf diesem Bauabschnitt der einzige Betroffene, da spiele ich wohl keine Rolle."

Dazu sagt Peter Braun vom LBM: "Die Ausschreibung für diesen Abschnitt ist seit längerer Zeit abgeschlossen, und der Auftrag ist inzwischen vergeben." In Kürze sei ein Abstimmungsgespräch über die genaue Koordination der vier Unterabschnitte vorgesehen. Daraus ergebe sich dann die genaue Planung der Vollsperungsphasen. Erst wenn die vorliege, könne man Lorig informieren.

Wirkliche Entwarnung kommt für die Sehlemer "Wurstbude" aber auch nach dem dritten Bauabschnitt nicht, denn dann läuft bis 2018 der vierte Bauabschnitt in der Ortslage von Salmtal. Der große Durchgangsverkehr wird also weiterhin auf sich warten lassen.DER KRIEG WIRKT NOCH NACH

Die alte Brücke über die Hauptstrecke Koblenz-Trier stammt aus dem Jahr 1956 und war nicht mehr zu sanieren. Nach Angaben des Landesbetrieb Mobilität (LBM) sei kurz nach dem Krieg mit Baumaterialien gespart worden, was sich 60 Jahre später als nachteilig erweise. Das gelte auch für die Bauweise: Tragendes Element war ein flacher, nicht begehbarer Betonhohlkasten, der keine Kontrolle vom Inneren her zuließ. Nach außen wiesen der Kasten und die Stützpfeiler zahlreiche Betonabplatzungen auf, die Stahlarmierung lag dort frei und rostete.