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Landgericht Trier verurteilt Panzerknacker zu mehrjähriger Freiheitsstrafe

Landgericht Trier verurteilt Panzerknacker zu mehrjähriger Freiheitsstrafe

Mehr als 14 Prozesstage am Landgericht Trier mit 54 geladenen Zeugen: Richter Armin Hardt hat im Prozess um die Geldautomatenbrüche in der Eifel am Mittwoch sein Urteil gefällt. Die Strafen von zwei Angeklagten fallen deutlich höher aus als von den Verteidigern erbeten.

Mit einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren hat Armin Hardt, Vorsitzender Richter am Landgericht Trier, den mutmaßlichen Kopf der Panzerknacker bedacht. Im Gegensatz zur Verteidigung hat das Gericht damit keine Zweifel gezeigt, dass der 33-jährige Mann, der zuletzt in Daun wohnte, an allen vier Automatenaufbrüchen der Gruppe in Wittlich, Gerolstein, Daun und Badem zwischen November 2013 und Januar dieses Jahres beteiligt war.

Dabei soll er nach Einschätzung des Richters auch eine führende Rolle gespielt haben, als die Gruppe auf ihrer Flucht vor der Polizei in Daun einen Beamten mit dem Auto anfuhr. Der Polizist wurde dabei am Knie verletzt. Der Drahtzieher der Gruppe wurde deshalb wegen schweren räuberischen Diebstahls verurteilt. Seine beiden Verteidiger plädierten zuvor gar für einen Freispruch, da die Beweislage aus ihrer Sicht keine Beteiligung ihres Mandanten an den Aufbrüchen hergebe.

Das handwerkliche Talent des Quartetts, ein 29-Jähriger ohne Wohnsitz in Deutschland, der laut Richter Hardt in den Banken das Werkzeug bediente, erhielt eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten wegen schweren Diebstahls. Der Gehilfe, der bei einem Aufbruch Schmiere stand, kam mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten davon, die Richter Armin Hardt zur Bewährung aussprach. Der 30-Jährige aus dem Raum Stolberg (Nordrhein Westfalen) soll, wie Hardt in seiner Urteilsbegründung darlegte, nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben und wurde deshalb wegen Beihilfe zu besonders schwerem Diebstahl verurteilt.

Das Verfahren des vierten Angeklagten wurde vom Hauptverfahren abgetrennt, da das Gericht zu seiner Täterschaft noch weitere Alibi-Zeugen aus dem Ausland vernehmen möchte. Sie sollen aus dem Ausland eingeflogen oder per Videokonferenz vernommen werden.

Vom zu Beginn angeklagten Tatbestand des bandenmäßigen Handelns der vier Angeklagten bei den Geldautomatenaufbrüchen nahm das Gericht in seinem Urteil Abstand. Die Gründe dafür: Da sich die Angeklagten nicht zur Anklage eingelassen haben, sei es dem Gericht nicht möglich gewesen, herauszufinden, welche Absprachen es innerhalb des Quartetts zur Begehung der Straftaten gegeben habe, so Hardt. Das Gericht habe die Rollen der einzelnen Angeklagten innerhalb der Gruppe nicht hinreichend klären können.