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Landmarke: Die Schinderhannes Höhle im Langen Wacken

Geschichte : Die versteckte Höhle des Räuberhauptmanns

Die Geschichten des Schinderhannes sind bis heute bekannt. In der Nähe von Berglicht soll er in einer Höhle sein Lager aufgeschlagen haben. Sie ist  liegt verborgen in der einzigartigen Landschaft mit bizarren Felsformationen.

Wind, Wasser, Wacken, so heißt die Traumschleife, die durch den Haardtwald mit den Weißen Wacken führt. Dort findet man auch die Schinderhanneshöhle – wenn man genau hinsieht. Versteckt liegt sie, denn der Räuberhauptmann, dem über 200 Straftaten, darunter auch Raubüberfälle und Mord nachgewiesen werden konnten, wollte schließlich nicht gefunden werden.

 Viel Platz für weitere Räubergesellen war nicht in der Höhle, die etwa zwei bis drei Meter in den Fels hineinführt. Sie ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen, auch Ortskundige müssen genau hinschauen. Ein schmaler, steiler Pfad führt hin.

Edgar Manz, Erster Beigeordneter der Gemeinde Berglicht und Geograf, erklärt: „Ob Schinderhannes sich hier tatsächlich versteckt hat, ist nicht belegt. Er hat im Hunsrück viele seiner Taten begangen. Man konnte über viele Jahre hinweg, Schwärzungen an den Wänden der Höhle sehen, die von einer Feuerstelle kamen.“ Weiter sagt er: „Die Menschen haben sich vorstellen können, dass er sich hier versteckt haben könnte.“ In Berglicht selbst gibt es keine weiteren Hinweise auf Schinderhannes.

Ob er nun tatsächlich da war oder nicht: Allein schon der Weg zur Schinderhanneshöhle hat eine ganz besondere Ausstrahlung.

Es geht durch einen sehr dichten, dunklen Tannenwald, auf einem sehr schmalen, gewunden Pfad. Ortsbürgermeister Michael Reusch sagt: „Hier kann man noch die Reihen erkennen, wie die Bäume gesetzt wurden. Im Winter und ohne die Beschriftung wäre es nicht einfach, den Weg zu finden.“ Ein ehrenamtlicher Wanderwart geht die Strecke regelmäßig ab und bei umgefallenen Bäumen oder anderen auffälligen Dingen kümmert sich ein Gemeindearbeiter um die Gefahrenbeseitigung.

Nach etwa 300 Metern kommt man zu den Weißen Wacken von Berglicht. Es sind riesige Steinbrocken, die wie zufällig hingeworfen oder aufgetürmt wirken. Sie bestehen aus extrem verwitterungsbeständigem Gestein, dem „Quarz“. Ihren Ursprung haben diese Gesteine vor 325 Millionen Jahren, als sich die geologischen Vorgänge für den Raum des Rheinischen Schiefergebirges grundlegend änderten. Das ehemalige Meeresbecken wurde einer lang andauernden seitlichen Einengung unterworfen. Bei der Faltung und Hebung haben sich in dieser Zeit auch die mächtigen Weißen Wacken gebildet.

Vom Sportplatz Berglicht zieht sich der Wackenzug über etwa 1200 Meter von den dortigen „Berger Wacken“ über den „Froschfelsen“ bis zum „Langen Wacken“, wie der langgezogene Felsen, in dem die Schinderhanneshöhle liegt, im Volksmund zutreffend genannt wird.

 Besonders reizvoll und Ruhe ausstrahlend sind die Wacken nicht nur wegen ihrer Größe, sondern weil die Natur dort sehr ursprünglich ist. Viele kleinere Felsen sind mit Moos bewachsen, dazwischen Farn und  kleine Bäume,  und vieles wird sich selbst überlassen.

 Ein Hinweis auf die Höhle, die sonst schwer zu finden wäre.
Ein Hinweis auf die Höhle, die sonst schwer zu finden wäre. Foto: Christina Bents
 Einzigartige Felsformationen finden sich in der Nähe von Berglicht.
Einzigartige Felsformationen finden sich in der Nähe von Berglicht. Foto: Christina Bents

Ortsbürgermeister Michael Reusch: „Viele meinen, man müsste hier mal aufräumen, aber es ist genau so gewollt. Alle paar Jahre machen wir den Weg zur Höhle frei, aber ansonsten kann die Natur hier ungestört wachsen.“