Landmarke: Schornstein auf dem Gelände der Firma Unilux in Salmtal

TV-Serie Landmarken : Ein 60 Meter hoher Gigant aus Ziegeln - Der Schornstein an der Firma Unilux in Salmtal

TV-Serie Landmarken: Bis Ende der 1980er Jahre wurde der weithin sichtbare Schornstein auf dem Gelände der Firma Unilux in Salmtal genutzt, um Holzabfälle zu verbrennen. Heute ist er stillgelegt.

Schon von Weitem kann man den 60 Meter hohen Schornstein sehen, der auf dem Gelände der heutigen Firma Unilux steht. Sein Ziegelsteinmauerwerk fügt sich in die Landschaft ein, und von der Autobahn A 1 oder der Landstraße 47 aus ist er ein Orientierungspunkt.

1965 wurde der Schornstein der damaligen Firma Felke Möbel von einer Firma aus Hannover errichtet. Wilfried Eifel, der damals bei der Firma Felke Möbel angefangen hat zu arbeiten, weiß noch Genaueres darüber: „Als ich dazugekommen bin, war das Gebäude noch nicht ganz fertig. Wir haben selbst noch die Fenster eingebaut und die Firma Ziemann hat das Dach gedeckt.“ Die Bauarbeiten am Schornstein  hat er selbst miterlebt. Er wurde von innen gemauert. „Auch das Gerüst war innen aufgebaut und dann wurde doppelwandig von unten nach oben gemauert.“

Insgesamt wurde der Schornstein fast 66 Meter hoch. Sein Durchmesser außen ist unten 5,73 Meter. Nach oben verjüngt er sich auf 2,25 Meter. „Mit vier Personen konnte man oben noch drauf laufen“, erinnert sich Wilfried Eifel. Neben dem Schornstein  war ein Heizkessel mit einem Schieber, der mehr als zwei mal einen Meter groß war. „Wenn man den Schieber zum Kessel aufmachte, hatte man eine Vorstellung davon, wie es in der Hölle aussehen könnte. Einen ganzen Schrank konnte man da reinschieben, ohne dass man ihn auseinandernehmen musste“, erklärt er. „Wichtig war die Größe, denn wenn mal ein Schrank umgefallen war, und man ihn nicht mehr verkaufen konnte, sparte man sich das klein machen“, sagt Eifel weiter.

Der Ofen war teilweise in den Boden eingelassen und ein Rohrsystem, durch das die Wärme geleitet wurde, heizte die Werkshallen. Wenn es nicht genügend Holzabfälle gab, wurde Schweröl als Brennstoff genutzt. „Den Kessel konnte man umstellen, und Schweröl war damals ein Abfallprodukt, das man günstig bekam“, so Eifel.

Den Kessel gibt es nicht mehr, aber der Auffangbehälter für die Asche ist noch da. Hasam Syed Mosaddequl, der seit 32 Jahren bei der Firma Unilux arbeitet, hat in seinen ersten Jahren noch die Asche herausgeholt, alle zwei Tage vier große Eimer voll. Damals wurde aber kein Schweröl, sondern Holzabfälle und Kohle verbrannt.

Die Produktion der Firma Felke ist in Salmtal 1966 angelaufen. In Spitzenzeiten wurden dort am Tag 110 Küchen gefertigt. Die Ursprünge von Felke liegen im Hunsrück, in der Gemeinde Laufersweiler.  Insgesamt produzierte das Unternehmen ab Mitte der 1960er Jahre in sechs Werken Möbel, von denen drei in Sohren und jeweils eines in Hermeskeil, Simmern und Salmrohr angesiedelt waren.

Über seinen ehemaligen Arbeitgeber kann Wilfried Eifel nur Positives berichten: „Viele sind damals wegen der besseren Arbeitsbedingungen und dem höheren Lohn vom Straßenbau in der Eifel in die Möbelindustrie gegangen. Wir haben damals sogar schon Urlaubsgeld in Höhe von 100 Mark bekommen. Das gab es sonst nirgendwo.“

Als das Werk dann die Außenstelle Salmtal schloss, gab es für die Mitarbeiter die Möglichkeit, im Werk in Hermeskeil weiterzuarbeiten. Dafür wurde ihnen sogar ein Auto zur Verfügung gestellt. 2001 begannen die letzten Werksschließungen in Hermeskeil, Sohren und Simmern. Solange gab es auch eine Möbelausstellung und ein Lager in Salmtal, die Produktion wurde in Salmtal jedoch schon früher eingestellt.

Foto: Christina Bents
Foto: Christina Bents
Foto: Christina Bents

Neben dem Schornstein erinnert die Michael-Felke-Straße in Salmtal noch an die erfolgreichen Zeiten des Möbelproduzenten im Ort. Heute hat die Firma Unilux, die Fenster und Türen herstellt, ihren Sitz auf dem ehemaligen Felke-Gelände.

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