Landschaftsopfer in Schilda

Zum Artikel "Bauen am Moselhang geht nur mit viel Grün" (TV, 7. Juli) dieser Leserbrief:

Ist heutzutage für Geld alles möglich? Da kommt jemand und will drei Millionen Euro investieren, und schon wird aus landschaftlich reizvollem Gelände Bauland. Am Ende des Noviander Wegs soll ein Gebäude mit einer Länge von 42 Metern, einer Breite von 18 Metern und einer Höhe von 13 Metern entstehen.Hinter diesem Gebäude zur Mosel zu sind zwei Wohnhäuser mit einer Höhe von jeweils zehn Metern vorgesehen.

In diesem Zusammenhang zu behaupten, hier werde eine Bebauung geplant, die sich harmonisch in das Landschaftsbild einpasst, ist blanker Hohn. Dazu zählen wir auch den Hinweis auf die vorgesehene Begrünung, die alles erträglicher machen soll. Desweiteren prognostiziert die VG-Verwaltung eine geringe zusätzliche Verkehrsbelastung von 30 bis 40 PKW täglich. Sie verschweigt dabei aber das viel größere Mehraufkommen durch die ebenfalls geplante Weinschänke mit 140 Sitzplätzen.

Einen Punkt können wir aus Verbundenheit zu unserem Wein nicht unerwähnt lassen. Nach den Plänen einiger Politiker und der Verwaltung sollen Moselweinberge zerstört werden, um einem Institut einen werbewirksamen Standort zu bieten, das durch seine Tätigkeit für Discounter an dem Verkauf von Millionen Litern ausländicher Weine in Deutschland beteiligt ist. Ist man sich eigentlich im Klaren darüber, dass Moselwinzer ihre Weinberge und die schöne Mosellandschaft indirekt zur Verkaufsförderung ausländicher Weine zur Verfügung stellen sollen? Was für ein Schildbürgerstreich!

Nachdem die Ausmaße und Konsequenzen der Planung nun konkreter bekannt sind, können wir uns nicht vorstellen, dass Einwohner und die Gemeinderat tatenlos zusehen werden, wie unser Dorf und die schöne Weinbergslandschaft am Brauneberg durch Baukolosse, die in kein Winzerdorf passen, verschandelt werden sollen. Wenn sich die Mitglieder des VG-Rates vor ihrer endgültigen Entscheidung die Mühe machen, sich vor Ort ein eigenes Bild von dem zu verschaffen, was hier am Brauneberg geopfert werden soll, können sie nach unserer Meinung dem Bebauungsplan ebenfalls nicht mehr guten Gewissens zustimmen.

Marion und Guido Ames

Osann-Monzel

bauen in osann-monzel