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Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2021 Porträt Hugo Bader Freie Wähler

Landtagswahl 2021 : Hugo Bader (FWG) tritt im Wahlkreis 23 an: Arzt will Gesundheitssystem therapieren

Der Mediziner Hugo Bader aus Morbach will für die Freien Wähler den Sprung in den Landtag schaffen. Er rechnet sich gute Chancen aus, den Wahlkreis 23 direkt zu gewinnen.

Hugo Bader ist ein Landarzt vom alten Schlag, wie sie langsam rar werden. „Ich liebe meinen Beruf und meine Patienten“, sagt der 60-Jährige Morbacher über sich selbst. „Und ich mag sogar Zwölf-Stunden-Sprechstunden“, sagt er. Und davon habe der Mediziner, der übrigens auch Internist, Allergologe und Schlafmediziner ist, einige.Die Them en Gesundheit und Pflege spielen in seinem  Wahlkampf eine große Rolle. Im Vordergrund steht bei ihm die medizinische Versorgung auf dem Land. Die Zahl der Medizinstudenten nehme ab. Der Beruf werde weiblicher. Und viele Frauen wollten eher Teilzeit arbeiten.  Das Praxissterben habe erst begonnen.

„Wenn wir Ärzte älter werden und keine Nachfolger finden, dann wird die medizinische Versorgung auf dem Land gegen die Wand gefahren“, ist Bader überzeugt, der sich 1993 in Morbach niedergelassen hat.  Als Vater von neun Kindern sehe sich der gebürtige Mössinger (Baden-Württemberg),  auch als Fachmann für Kitas und Schulen, Schule und Ausbildung. Bei der Freien Wählergemeinschaft Morbach (FWM) eingetreten ist der Vater von sieben Kindern, zwei Pflegekindern und vier Enkeln 1999.

Der Anlass für die Kandidatur die Möglichkeit gewesen, die Zukunft der eigenen Gemeinde aus freier Überzeugung und mit eigenen Ideen mitgestalten zu können. Und das sei für ihn nur bei den Freien Wählern möglich gewesen. Die Probleme ähnelten  sich in ländlichen Regionen. Oft sei es schwierig,  „Ideen zu verwirklichen, ohne einen direkten Draht nach Mainz zu haben. Aus diesem Grunde wurde ich auch Gründungsmitglied der Freien Wähler Rheinland-Pfalz.“

1999 wurde er zum Mitglied im Ortsbeirat und Gemeinderat gewählt. Und dann genoss er es, sich mal mit ganz anderen Themen zu beschäftigen, wie Baugebiete, Schulen und Gewässerschutz.  Seine wichtigste politische Erfahrung sei es, dass es ihm gelungen sei, „durch großes persönliches Engagement, die Mitbürger vor überhöhten Straßenausbaubeiträgen zu bewahren, indem ich die Häuser in ganzen Ortsbezirken gezählt habe, um die Fehlerhaftigkeit von Verwaltungsvorlagen zu beweisen“. Seit 2003 ist er auch  erster Vorsitzender der FWM.

Baders FWG-Kollege Willi Feilen aus Morbach-Weiperath hatte bei der Landtagswahl vor  fünf Jahren 8,1 Prozent der Erststimmen bekommen. Das sei ein „Superergebnis“ gewesen.  Bader geht davon aus, dass die Freien Wähler diesmal den Sprung in den Landtag schaffen. Und als Direktkandidat der FWG im Wahlkreis 23 „rechne ich mir gute Chancen aus“, den Wahlkreis zu gewinnen, zumal Alex Licht (CDU), der beim letzten Mal  den Wahlkreis direkt geholt hatte, nicht mehr antritt.  Baders Ziel seien 35 Prozent der Erststimmen, Wenn das nicht reiche, den Wahlkreis zu gewinnen, „möchte ich 40 Prozent erreichen“.

Bei einer hohen beruflichen Belastung und der großen Familie: Bleibt da noch Platz für ein Hobby? „Wenn ich Zeit habe, wandere ich  oder fahre Rad in der schönen Hunsrück-Landschaft. Oder ich gehe mit den Kindern schwimmen, wenn das Schwimmbad wieder auf hat.“

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Logo Landtagswahl neu Foto: TV/Schmitz, Alexandra

Und was passiert mit der Praxis, wenn Hugo Bader in den Landtag einzieht? „Ich gehe davon aus, dass die Kassenärztliche Vereinigung  unterstützt.“