Lange diskutiert, endlich getrennt

Lange diskutiert, endlich getrennt

TRABEN-TRARBACH-WOLF. Lange wurde darüber diskutiert und beraten, nun ist es amtlich: Traben-Trarbach und Wolf sind seit Jahresbeginn wieder selbstständige Kirchengemeinden.

Am Pfingstsonntag werden die beiden neuen Presbyterien gewählt. 1997 hatten sich die damaligen drei Pfarreien Traben, Wolf und Trarbach zu einer Großgemeinde zusammengeschlossen. "Unsere evangelische Kirche an der Mittelmosel lebt davon, dass Menschen sich mit ihrer Kirche vor Ort identifizieren", sagt Jörg-Walter Henrich, der Pfarrer von Traben-Trarbach. Darum sei man zur Überzeugung gelangt, dass zwei selbstständige Gemeinden, die weiterhin in vielen Bereichen zusammen arbeiten, den gewachsenen Strukturen besser gerecht werden als eine große Gemeinde, sagt der Pfarrer. Und sein Wolfer Amtskollege Ingo Seebach fügt hinzu: "Die Menschen fühlen sich sehr stark mit ihrem Ort verbunden." Der Zusammenschluss war von Anfang an umstritten. Die drei Gemeinden hätten eine pfarramtliche Verbindung eher begrüßt, doch dies ließ das Kirchenrecht damals nicht zu, bedauert Pfarrer Henrich. "Wir haben all die Jahre gut und problemlos zusammen gearbeitet", betont der Seelsorger. Auch habe es keinen Streit gegeben. "Dennoch haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir der Arbeit vor Ort und der Identifikation mit der eigenen Gemeinde besser gerecht werden, wenn wir gewachsene Strukturen beachten", so Henrich."Wolf hat seine eigene Geschichte"

Ein Aspekt, den auch Ingo Seebach hervorhebt: "Wolf hat eine eigene Geschichte, auf die die Menschen hier stolz sind." So kam es dann schließlich dazu, dass das Presbyterium der Gemeinde Traben-Trarbach-Wolf bei der Landeskirche den Antrag stellte, die Pfarrei wieder aufzulösen und zwei selbstständige Gemeinden zu bilden. Doch bis es zu dieser Trennung kam, verging viel Zeit. "Es war schon ein langer Weg", so Pfarrer Henrich. Zumal in der Landeskirche derzeit eher über den Zusammenschluss von Gemeinden nachgedacht wird und nicht über deren Neubildung. Henrich: "Das kostete schon Überzeugungsarbeit." Doch schließlich konnten die Traben-Trarbacher und die Wolfer die Kirchenleitung in Düsseldorf davon überzeugen, dass eine Trennung sinnvoll ist.Weiterhin gemeinsames Gemeindebüro

Doch Trennung heißt nun nicht, dass die beiden Gemeinden getrennte Wege gehen. So wird es weiterhin ein gemeinsames Gemeindebüro geben, die Konfirmandenarbeit wird zusammen bewältigt und auch der gemeinsame Gemeindebrief bleibt erhalten. Die Pfarrer Henrich und Seebach gehören weiterhin gemeinsam zum Gottesdienstverbund der Region. Und zwei Mal im Jahr wollen sich die Presbyterien von Traben-Trarbach und Wolf treffen. Doch dazu müssen zunächst die Gemeinden ihre Leitungsgremien bestimmen. Mittlerweile wurden die Vertrauensausschüsse für die Presbyteriumswahlen am Pfingstsonntag gebildet. Ab Sonntag können die Gemeindemitglieder bis zum 22. Februar Kandidaten benennen. Wählbar sind dabei alle Gemeindemitglieder, die das 16. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz in der jeweiligen Kirchengemeinde haben. Bis zum 22. Februar liegen auch die Wahllisten aus. Die Wolfer Kirchengemeinde trifft sich am Samstag, 12. Februar, zu einer Gemeindeversammlung in der Kirche, an der auch Superintendent Horst Hörpel teilnehmen wird. Der evangelischen Kirchengemeinde Traben-Trarbach gehören rund 2200 Gemeindemitglieder in den Orten Traben-Trarbach und Kövenig an, die evangelische Kirchengemeinde Wolf hat rund 730 Gemeindemitglieder in den Orten Wolf, Kröv, Kinheim, Kindel, Lösnich und Erden. In Traben-Trarbach sind zehn Presbyter und ein Mitarbeiterpresbyter zu wählen, in Wolf sechs Presbyter und ein Mitarbeiterpresbyter.