Langeweile in der Dienstzeit?

Da bemühen sich Bürger und Kommunen seit Jahren um die Förderung des Fremdenverkehrs in der Region. Es gibt Ideenwettbewerbe, Seminare und vieles mehr. Planwagenfahrten durch die Weinberge gehören auch dazu, wohlgemerkt aber nur innerhalb der eigenen Gemarkung.

Wehe, wenn ein Winzer mit Schlepper und Planwagen einmal in einer fremden Gemarkung gesichtet wird. Einen solchen Verstoß gegen merkwürdige Paragrafen kann keine Verwaltung hinnehmen. Also fängt das Räderwerk der Bürokratie an sich zu drehen. Manche Verwaltungsfachleute scheinen eine Vorliebe für derartige Aktionen zu haben. Kann man doch damit endlich mal wieder einen Gesetzesbrecher so richtig zur Raison rufen. Dass besagter Gesetzesbrecher mit seinem Tun niemanden geschädigt oder belästigt hat, bleibt ohne Bedeutung. Man muss sich fragen, ob unsere Verwaltungsfachleute noch ausgelastet sind oder ob sie während ihrer Dienstzeit vielleicht Langeweile haben. Wenn man in der Freizeit schon nach Bagatellvergehen Ausschau halten muss, um wieder einen Verwaltungsakt auf den Tisch zu bekommen, ist diese Frage wohl berechtigt. Vor einigen Monaten wurden wir Bürger aufgefordert, uns Gedanken zu machen über die weitere Entwicklung des Landkreises Bernkastel-Wittlich und uns dafür an einer Agenda mit dieser Zielsetzung zu beteiligen. Ist man sich auf höherer Ebene dann nicht im Klaren, dass durch eine Aktion, wie sie jetzt gegen den Winzer Peter Börker inszeniert wird, jede Eigeninitiative abgeblockt wird. Im jetzigen Wahlkampf fordern beziehungsweise versprechen wieder Politiker aller Parteien den Abbau von Bürokratie. Es wäre endlich an der Zeit, den Worten auch Taten folgen zu lassen, denn der Fall Börker zeigt nur zu deutlich, dass die Bürokratie immer wieder fröhliche Urständ feiert. Matthias Wick, Kröv