Langsamer durch Hinzerath

Engstellen und Verschwenkungen sollen dafür sorgen, dass Autofahrer in Hinzerath ihre Geschwindigkeit reduzieren. Die 2,44 Millionen teuren Arbeiten an der Landesstraße 159 beginnen im kommenden Jahr und sind auf etwa 18 Monate ausgelegt.

Hinzerath. In Hinzerath wird es im kommenden Jahr für 18 Monate lauter als sonst. Dann läuft nach derzeitiger Planung die Sanierung der Landesstraße. Marc Kuhn vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat kürzlich den Morbacher Gemeinderat über die Details der Arbeiten informiert.
Im Mittelpunkt steht die Verkehrsberuhigung und damit die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Denn derzeit verleitet die sieben Meter breite Fahrbahn offenbar die durchfahrenden Autos zum Rasen. Die Geschwindigkeitsmessanlage, die 200 Meter hinter dem Ortsschild die Geschwindigkeit der von Bruchweiler her kommenden Autos misst, hat bei dem schnellsten Raser einen Spitzenwert von 134 Stundenkilometern festgestellt, sagt Ortsvorsteher Hermann Moseler.
Die Fahrbahn wird während der voraussichtlich 18 Monate langen Bauzeit auf eine Breite von sechs Metern reduziert. Davon sind 5,40 Meter asphaltiert. Hinzu kommen auf beiden Straßenseiten 30 Zentimeter breite Rinnen zur Entwässerung der Fahrbahn.
In der Ortsdurchfahrt sind weiterhin verschwenkte Engstellen vorgesehen, in denen die Breite der asphaltierten Fahrbahn auf 3,90 Meter verringert wird. Zwei Autos kommen dann aneinander vorbei, sagt Kuhn. Begegnen sich ein Lastwagen und ein Auto in einer Engstelle, muss ein Fahrzeug anhalten. Bei einer Verkehrszählung hat der Landesbetrieb im November 2012 1370 Autos innerhalb von 24 Stunden festgestellt, davon 72 Lastwagen. Im Bereich des Friedhofs wird die Fahrbahn mit einem Teiler auf ihrer gesamten Breite deutlich verschwenkt. Dadurch entsteht der Eindruck einer Engstelle, die die durchfahrenden Autos deutlich langsamer fahren lässt. "In 50 Kilometer Umkreis gibt es keine andere Ortsdurchfahrt, in der wir soviel für die Reduzierung der Geschwindigkeit gemacht haben", sagt Kuhn.
Dadurch wird auch die Belastung durch Fahrgeräusche vermindert, sagt er. Die Bushaltestelle beim Feuerwehrhaus wird um wenige Meter verlegt. An der Bushaltestelle am Friedhof ist eine Wendeschleife vorgesehen. Die hier wegfallenden 15 Parkplätze sollen in gleicher Zahl in Friedhofsnähe ersetzt werden.
Auf der gesamten Länge werden die Gehwege auf beiden Seiten mit auf einer Breite von 1,50 Metern ausgebaut. Die fünf Zentimeter hohen Absätze zwischen Fahrbahn und Gehweg werden an einmündenden Straßen behindertengerecht auf zwei Zentimeter abgesenkt.
Am Ortseingang in Richtung B 327 wird bei der Planung auch die entlangführende Traumschleife Landzeittour berücksichtigt. Für die Wanderer wird das Bankett verbreitert.
Die Gesamtkosten des Neuausbaus hat der LBM mit 2,04 Millionen Euro ermittelt. Davon zahlt das Land 1,15 Millionen Euro. Die Gemeinde trägt die Kosten für die Buswendeschleife in Höhe von 65 000 Euro und der Gehwege in Höhe von 834 000 Euro. Davon werden die Anlieger voraussichtlich die Hälfte zahlen müssen.
Ein Ausbau der L 159 zwischen der Kreuzung Stumpfer Turm und der Ortsdurchfahrt Hinzerath ist derzeit nicht geplant, sagt Kuhn.

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