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Lastwagen-Reifen bringen 60 Jobs für Wittlich

Lastwagen-Reifen bringen 60 Jobs für Wittlich

60 neue Arbeitsplätze hat das Reifenwerk Goodyear Dunlop im Standort Wittlich mit der Runderneuerungsanlage für LKW-Reifen geschaffen. 3,7 Euro hat der Konzern investiert. Jetzt wurde das neue Werk, das im Oktober die Produktion aufgenommen hat, vorgestellt.

Wittlich. Noch glänzt der Bodenbelag in der Werkshalle in Wittlich ebenso neu wie die Maschinen, die die LKW-Reifen bewegen. Erst seit Oktober werden in dieser Halle aus alten Reifen runderneuerte gemacht. Kai Krüger von der Firma Dunlop erklärt den Gästen, die aus dem In- und Ausland zur offiziellen Eröffnung angereist sind, wie das mit der Erneuerung der Reifen funktioniert. Zuvor haben die Teilnehmer an der Führung bereits einen Einblick über die Neureifenproduktion bekommen und wissen bereits, wie so ein LKW-Reifen aufgebaut ist.

Abgefahrene Reifen, die ins Wittlicher Werk geliefert werden, müssen zunächst geprüft werden, ob sie den Qualitätsansprüchen für eine Erneuerung genügen. Zuerst werden die Karkassen, also das tragende innere Gerüst, das jeder Reifen braucht, mit einem optischen Messverfahren geprüft. Es folgen die Nagellochprüfung, bei der der Reifen, der in verschiedenen Gürteln mit Stahldrähten gefestigt ist, unter Spannung gesetzt wird.

20 Prozent unbrauchbar



Ist der Reifen in Ordnung, wirkt das enthaltene Metall wie ein Faraday'scher Käfig, der wie ein geschlossenes Auto Blitze beziehungsweise elektrische Einwirkungen ableitet. In einem weiteren Schritt werden die Karkassen noch einer Sichtkontrolle von geschulten Mitarbeitern unterzogen. Kai Krüger erklärt: "Etwa 20 Prozent der Karkassen müssen aussortiert und an den Lieferanten zurückgegeben werden, weil sie unbrauchbar sind."

Alle anderen Karkassen gehen in eine geschlossene Maschine zum sogenannten Abrauen: Durch eine Scheibe können die Gäste jetzt beobachten, wie die äußeren Schichten abgetragen werden.

Die Lauffläche und die Seitenwände werden abgetragen. Zurück bleibt das Innere der Reifen mit dem Aufbau der Stahlcordgürtel. Das abgeraute Material kann recycelt und beispielsweise für Gummifußmatten weiterverwendet werden.

Bevor eine neue Schicht auf die Reifen kommt, werden eventuelle Beschädigungen ausgebessert. Wie Krüger sagt, werden diese Löcher mit einem speziellen Material gefüllt, das die Festigkeit erhöht. Um auf die neue, etwa zehn bis 15 Millimeter dicke Außenschicht das Profil aufzubringen, kommen die Karkassen in eine Art Ofen, in dem mit hohem Druck und Hitze das Profil eingebracht wird.

Krüger weist immer wieder auf die modernen Maschinen hin, die für die Mitarbeiter ergonomisches Arbeiten ermöglichen. Die schweren Reifen werden automatisch gehoben und mit Hilfe von Haken, die an einer Schiene entlanglaufen, zur nächsten Station weitertransportiert. Auch die Höhe der Werkstücke kann jeder der hier Tätigen individuell einstellen.

Die runderneuerten Reifen haben jetzt, wie Kai Krüger sagt, ein zweites Leben. Insgesamt können die LKW-Reifen, die im Fernverkehr eingesetzt werden, bis zu einer Million Kilometer laufen.

EXTRA

GOODYEAR DUNLOP



Werk Wittlich: Insgesamt 980 Mitarbeiter. Reifenproduktion im Jahr 2010: 2,1 Millionen. Runderneuerungsanlage: 60 neue Arbeitsplätze. Geplante Produktion 2011: 100 000 Reifen. Weitere Investitionen von 1,2 Millionen Euro geplant. Europäisches Zentrallager: 40 Mitarbeiter, etwa 75 000 bis 80 000 Reifen, Kapazitäten bis etwa 110 000 Reifen auf 24 000 Quadratmetern Fläche.