Lateiner im Vorteil

Gibt es in Hermeskeil eine neue Sehenswürdigkeit? Der ortsunkundige Besucher aus Nachbargemeinden wie Thalfang oder Morbach muss dies fast glauben. Denn große Schilder weisen an der Hunsrückhöhenstraße, Abfahrt Flugzeugmuseum, auf ein "Ignarium" hin.

Nun, man kennt Aquarium, Terrarium, aber was um Himmels Willen ist ein Ignarium? Das Rätselraten ist groß. Also bleibt nichts anderes übrig, als den Hinweisschildern zu folgen, die ins Industriegebiet "Grafenwald" führen und vor einer neuen Einrichtung Halt machen: dem Krematorium von Manfred Baumann . Die großen Hinweisschilder sollen nach Angaben des Betreibers keinen Werbecharakter haben, sondern ortsfremden Bestattern den Weg weisen, damit sie nicht durch die Stadt irren. Das war eine der Bedingungen der Kommunalpolitik, als sie der Ansiedlung des Krematoriums zustimmten. Auch am Namen des Unternehmens sind die Stadtväter nicht unbeteiligt, wie Baumann erzählt. Mehrere Vorschläge waren im Gespräch. VG-Bürgermeister und ehemaliger Lehrer Michael Hülpes soll das lateinische Wort für Feuer, ignis, ins Spiel gebracht haben. Daraus wurde dann Ignarium. Wer das gute, alte Latein kann, ist also klar im Vorteil. (iro)